10 Tipps, die dir dabei helfen den richtigen Ehepartner zu wählen

Es gibt einen richtigen Weg und einen falschen Weg, den man beim Kennenlernen eines potenziellen Ehepartners bestreiten kann. Der falsche Weg wäre, ohne die Stellung von kritischen Fragen an die jeweilige Person, die zur Beantwortung der möglichen Kompatibilität beider Partner beiträgt, sich voller Euphorie in einer anbahnenden Beziehung zu verfangen. Eines der größten Fehler, den viele junge Muslime begehen, ist die ,,schnelle Heirat’’, die angemessene Möglichkeiten zum Kennenlernen des Ehepartners nicht zulässt. Es gibt ein allgemeines Missverständnis, welches sich in der folgenden Plattitüde äußert: “Je länger du mit jemanden Zet verbringst, desto besser lernst du ihn kennen.” Die Problematik hinter diesem im Allgemeinen korrekten Grundgedanken ist die fehlende Überlegung darüber, wie diese gemeinsame Zeit verbracht wird. Es ist nicht zwingend erforderlich einen Menschen Jahre lang zu kennen, bevor man erkennt, ob man diese Person heiraten möchte. Aber die Zeit, die man hat, sollte durch ein qualitatives Kennenlernen gekennzeichnet sein. Es sollten die richtigen Fragen gestellt werden! Unglücklicherweise sind viele junge Muslime in der Kennenlernphase zu verlegen oder euphorisch, um kritsche Unterhaltungen zu führen. Nicht selten leiden diese paare später unter diesem Versäumnis. Falls du oder jemand anderes in Deiner Umgebung  sich in dieser Kennenlernphase befindet, könnten die folgenden Ratschläge euch dabei behilflich sein zu bedenken auf was zu achten ist und was dringend vermieden werden sollte.

1) Heirate keine Person, von der du nur glaubst sie habe lediglich Potenzial

Oft erwägen es Männer Frauen zu heiraten mit der Hoffnung, dass sie sich niemals verändert. Währenddessen hoffen Frauen den potenziellen Ehemann zu verändern. Nichtsdestotrotz, gibt es keine Garantie, dass diese Veränderungen positive Resultate mit sich bringen. Wenn du eine Person nicht akzeptieren kannst wie sie ist und dir nicht vorstellen kannst mit dieser gemeinsam Alt zu werden so wie sie im Moment ist, dann ist eine Heirat keine Option. Diese Unterschiede beinhalten unterschiedliche Themen, wie z.B. ideologische und praktische Unterschiede in Hinblick auf den Islam, Gewohnheiten, Hygiene, Kommunikationsfähigkeiten etc.

2) Wähle Charakter über Sympathie

Während die passende Chemie und die Attraktivität unter zwei Personen zweifellos wichtig sind, steht der Charakter an erster Stelle. Ein populäres Zitat besagt: ,,Die Chemie entzündet das Feuer, aber der Charakter lässt die Flamme weiter brennen.‘‘ Die grundlegende Idee hinter das ,,sich verlieben‘‘ sollte niemals der einzige Grund hinter einer Heirat sein; denn es ist sehr leicht Schwärmerei und Lust mit Liebe zu verwechseln. Die wichtigsten Charaktereigenschaften beinhalten Bescheidenheit, Freundlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Freude.

Hier folgt eine Erklärung der einzelnen Charaktermerkmale:

  • Bescheidenheit: Eine bescheidende Person wird niemals Forderungen an andere Personen erheben und sie stets gerecht behandeln. Diese stellt ihre Werte und Prinzipien über ihre persönlichen Gewohnheiten und Komfort. Sie sind geduldig, bescheiden, und meiden Materialismus.
  • Freundlichkeit: Diese Person ist ein vollkommener ,,Geber‘‘. Diese bemühen sich drum andere zu erfreuen und ihren Schmerz zu minimieren. Falls du herausfinden möchtest, ob eine Person ein ,,Geber‘‘ ist, so beobachte das Verhalten gegenüber Familie, Geschwister und Eltern. Sind sie dankbar gegenüber ihren Eltern? Ist dies nicht der Fall, so solltest du wissen, dass solch eine Person deine Taten nicht würdigen wird. Wie verhält er oder sie sich gegenüber Außenstehenden, zu denen sie im Grunde genommen nicht höflich sein muss  (z.B. Kellner, Verkäufer, Mitarbeiter etc.)? Wofür gibt er oder sie das Geld aus? Wie wird mit der eigenen Wut umgegangen und wie regiert diese auf die Wut anderer?
  • Verantwortung: Eine verantwortungsvolle Person kann die Balance zwischen Finanzen, Beziehungen, Beruf und Charakter wahren. Man kann dieser Person vertrauen und sich ihr anvertrauen.
  • Freude: Eine glückliche Person ist eine, die zufrieden mit dem Leben ist. Diese sind mit sich selbst und des eigenen Lebens zufrieden. Diese fokussiert sich auf das was sie besitzt, als sich dem zu winden, was man nicht besitzt. Sie beklagen sich sehr selten.

3) Vernachlässige nicht die emotionalen Bedürfnisse deines Partners

Beide, Frau und Mann, haben emotionale Bedürfnisse. Diese müssen für eine erfolgreiche Beziehung gegenseitig befriedigt werden. Bei einer Frau ist dieses fundamentale emotionale Bedürfnis mit dem Wunsch des geliebt-werdens verbunden. Wenn du dies erreichen möchtest, schenke ihr die die 3 A-A-As: Aufmerksamkeit (Attention), Zuneigung (Affection) & Anerkennung (Appreciation). Um dies bei einem Mann zu erreichen, schenke ihm die 3 R-R-Rs: Respekt (Respect), Bestätigung (Reassurance) & Unterstützung (Relief). Es ist die Pflicht eines jeden Partners alles Erdenkliche zu tun, um sicher zu stellen, dass der Partner glücklich ist und dies auch in intimen Angelegenheiten zu berücksichtigen. Solange jeder Partner seine emotionalen Bedürfnisse vom Partner bestätigt bekommt, wird die Beziehung aufblühen. Wenn ein Mann die emotionalen Bedürfnisse seiner Frau ernst nimmt, wird sie noch mehr ermutigt sein seine sexuellen Bedürfnisse zu erfüllen. Im selben Fall wird mit die Beachtung seiner emotionalen Bedürfnisse, ihr Ehepartner bestärkt sein ihr die Zuneigung, Liebe und Würdigung, die sie sich wünscht, zu schenken.

4) Vermeide gegensätzliche Lebenspläne

In einer Ehe kann man entweder gemeinsam wachsen oder sich auseinander leben. So kann das Teilen eines gemeinschaftlichen Ziels im Leben, die Chance eines erfolgreichen, gemeinsamen Zusammenseins erhöhen.
Du musst wissen, was diese Person für Pläne hat. In anderen Worten, finde heraus was und wofür er oder sie sich begeistert und begeistern lässt. So frage dich auch: ,,Respektiere ich diese Leidenschaft?‘‘ ,,Respektiere ich die möglichen Konsequenzen dieser Leidenschaft und Begeisterung?‘‘
Je spezifischer du dich selbst definierst, z.B. deine Werte, dein Glauben und dein Lebensstil, desto höher ist die Chance einen Lebenspartner und Seelenverwandten zu finden, zu dem du am besten passt.
Bedenke, dass vor der Einbeziehung einer neuen Person in deinem Leben, du dein Ziel herausfinden und definieren musst.

5) Vermeide vorehelichen sexuellen/physischen Kontakt

Erkenne, dass hinter Allahs Verbot vor vorehelichen Intimitäten eine unglaubliche Weisheit steht. Es dient zur Prävention von größerem Schaden und Schutz des ehrwürdigsten Aspekts in einer Beziehung zwischen Mann und Frau.
Abgesehen von den offensichtlichen spirituellen Konsequenzen, kann eine Beziehung mit Körperkontakt signifikante Aspekte, wie Charakter, Lebensphilosophie und Kompatibilität unwichtig erscheinen lassen. Dies führt zu einer Romantisierung aller Lebensaspekte und verhindert so die Erinnerung und Auseinandersetzung mit den kritischen Fragen, die es zu diskutieren gilt.

6) Vermeide rein Gefühls-basierte Beziehungen

Folgende 4 Fragen müssen mit JA beantwortet werden:

  1. Respektiere und bewundere ich diese Person? Was genau respektiere und bewundere ich an dieser Person?
  2. Vertraue ich dieser Person? Kann ich dieser Person vertrauen? Vertraue ich ihrem oder seinem Urteilsvermögen? Kann ich auf Ihn/Sie zählen? Glaube ich was mir gesagt wird?
  3. Fühle ich mich sicher? Fühle ich mich emotional sicher mit dieser Person? Kann ich verwundbar sein? Kann ich so sein wie ich bin? Kann ich offen sein? Kann ich mich selbst ausdrücken?
  4. Fühle ich mich gelassen und in Frieden, wenn ich mit dieser Person spreche?

Wenn die Fragen mit folgendem beantwortet wird: ,,Ich weiß nicht. Ich bin mir nicht sicher. etc.‘‘; so versuche weiter einzuschätzen, ob du dir absolut sicher bist und werde dir deiner Gefühle klar. Wenn du dich nicht sicher fühlst, wirst du dich auch nicht in der Ehe sicher fühlen. Wenn du jetzt kein Vertrauen hast, wird sich dies auch nicht in der Ehe ändern!

7) Richte deine Aufmerksamkeit auf deine eigenen emotionale Angst

Jemand zu wählen, bei dem du dich nicht sicher fühlst, ist keine gute Empfehlung, um einen langanhaltende und mit Liebe gefüllte Ehe zu schaffen. Wenn du dich nicht sicher fühlst, kannst du deine Gefühle und Meinungen nicht ausdrücken. Lerne herauszufinden, ob du selbst in einer missbräuchlichen Beziehung lebst. Wenn du ständig das Gefühl hast deine Aussage mit Vorsicht aussprichst, und wenn du mit jemanden zusammen bist, mit dem du dein innigsten Gedanken nicht teilen kannst, so befindest du dich in großer Wahrscheinlichkeit in einer missbräuchlichen Beziehung.

  • Kontrollierendes verhalten: Dies beinhaltet die übermäßige Kontrolle deines Tuns, deines Denkens,  deiner Freizeit, deiner Kleidung und die Art wie du deine Hidjab/Kopftuch herrichtest. Erkenne den Unterschied zwischen Vorschlägen und Aufforderungen. Übermäßig authoritäre Aufforderungen könnten Ausdruck eines Kontrollzwangs sein. Diese implizieren eine Einhaltung, sonst folgen gewisse Konsequenzen. All diese Merkmale sind  Indikatoren, die auf eine missbräuchliche Persönlichkeit hinweisen.
  • Wutausbrüche: Dies beschreibt eine Person die ihre Stimme in regelmäßigen Abständen erhöht, wütend ist, wütend auf dich wird, die Wut gegen dich richtet, dich erniedrigt, dich verflucht etc. Du musst diese Erniedrigungen nicht akzeptieren. Viele Menschen, die dieses Verhalten tolerieren, stammen aus missbräuchlichen Familien. Wenn auf dich oder einem Bekannten zutrifft, ist die Suche nach sofortiger Hilfe  unumgänglich. Beschäftige dich mit diesen Problemen vor einer möglichen Hochzeit, ja weit bevor du über eine Ehe nachdenkst.

8) Hüte dich vor einer fehlenden Offenheit des Partners

Viele Paare begehen den Fehler nicht alle Angelegenheiten zur Diskussion vorzulegen. Frage dich selbst: „Was muss ich wissen, um absolut sicher zu sein, dass ich diese Person heiraten möchte? Was stört mich an dieser Person oder dieser Beziehung?“ Es ist sehr wichtig sich mit den Dingen, die dich stören und Angelegenheiten, die dich beunruhigen, zu beschäftigen und Dinge, die dich in voller Angst davon abhalten Angelegenheiten zur Diskussion in den Raum zu stellen. Du musst eine ehrliche Diskussion darüber führen. Dies ist ein guter Weg um die Stärke eurer Beziehung zu testen. Das Sprechen über Probleme mit Konfliktpotenzial sind passende Möglichkeiten, um eure Kommunikation, Verhandlungen und Teamgeist zu bewerten. Wenn Menschen in Machtkonflikte geraten und sich gegenseitig beleidigen, ist dies ein Hinweis für fehlenden Teamgeist. Weiterhin ist es wichtig sensibel mit dem Partner umzugehen. Frage tiefgehende Fragen und beurteile die Antworten. Wie geht man auf sie ein?  Ist man abwehrend oder angreifend? Zieht man sich zurück oder fühlt man sich genervt?  Gibt man dir die Schuld oder wird es komplett ignoriert? Werden sie rationalisiert betrachtet oder als Unwichtig betitelt? Beobachte aufmerksam, was und wie es gesagt wird!

9) Übernehme die persönliche Verantwortung

Dass allein du selbst für dein persönliches Glück verantwortlich bist, ist ein sehr wichtiger Aspekt, den du dir stetig vor Augen halten musst. Sehr viele begehen den Fehler zu glauben, dass ausschließlich ein Ehepartner das persönliche Leben verbessert und schließlich vollkommnen kann. Unglücklicherweise versäumt es diese Person zu realisieren, dass Trauer und Unglück, welcher vor der Ehe existierte, auch in der Ehe weiter anhalten kann und i.d.R auch wird. Wenn du im Moment mit deinem Selbst oder deinem derzeitigen Lebensweg unzufrieden bist und dich nicht liebst, so ist es, bevor du eine Heirat in Betracht ziehst, von großer Wichtigkeit Verantwortung zu übernehmen und du sofort damit zu beginnen an den jeweiligen Baustellen deines Lebens zu arbeiten. Bringe diese Problematiken nicht mit in die Ehe mit der Hoffnung dein Ehepartner könne dies lösen.

10) Achte darauf, dass es deinen potentiellen Partner nicht an emotionaler Gesundheit und Stabilität fehlt

Zahlreiche Menschen wählen Partner, die man als nicht seelisch gesund und emotional stabil einstufen kann. Ein riesiges Problem stellt die Unfähigkeit eine gesunde emotionale Bindung zu den eigenen Familienmitglieder und dem Ehepartner zu finden. So sind schließlich statt der ursprünglichen 2 Partner, mehrere Personen in der Ehe mit verwickelt. Ein anschauliches Beispiel würde ein Mann darstellen, der offensichtlich zu abhängig von seiner eigenen Mutter ist und diese Abhängigkeit mit in die Ehe bringt; ein eindeutiges Desaster ist vorprogrammiert.Wir empfehlen folgende Punkte zu beachten:
Meide Personen, die sich emotional leer fühlen. Zu dieser Personengruppe gehören insbesondere Menschen, mit fehlender Selbstliebe und emotionaler Zugänglichkeit. Sie beschäftigten sich häufig mit ihren eigenen Defiziten, fühlen sich schlecht, sind isoliert, kritisch und wertend, meiden enge Freundschaften und misstrauen oder fürchten sich oft vor anderen Personen. Ein weiteres deutliches Indiz ist die sichtbare Kritik ihrer Lebensumständen, welche mit einer Wut einhergehen, da andere Menschen sich nicht drum kümmern. Die Bedürfnisse anderer Menschen belastet sie und sie hegen Groll gegen sie. Diesen fehlt es an emotionaler Reife und Sensibilität um eine gesunde Beziehungen aufbauen zu können.
Gewisse Süchte können auch das Level der emotionalen Zugänglichkeit, elementarer Bestandteil einer festen emotionalen Beziehung, einschränken. Heirate niemals eine süchtige Person. Süchte dürfen nicht ausschließlich mit Drogen und Alkohol in Verbindung gesetzt werden. Dieser abhängige Zustand kann sich in den Sphären der Arbeit, Internet, Hobbys, Sport, Shopping, Geld, Macht, Status, Materialismus etc. entwickeln. Die für die Entwicklung einer engen Beziehung nötige emotionale Reife und Zugänglichkeit kann und wird eine süchtige Person nicht bieten können!

Weitere zusätzliche Punkte, dies es zu beachten gilt:

1) Fakt ist, dass niemand sein Leben lang wie ein 25 jährige/r Mann oder Frau aussehen wird. Letztendlich sollten wir eher die Persönlichkeit einer Person lieben und nicht nur das Äußere. Wenn wir eine Person kennen lernen, die wir lieben und verehren, lieben wir ihre innere Schönheit und diese als Gesamtperson.

2) Wenn man einmal jemanden gefunden hat, versucht man bewusst oder unbewusst alles nötige zu tun, sodass alles klappt. Es fehlt eine kritische Hinterfragung oder das klare Erkennen von Warnzeichen und Fehlern, die wir unter normalen Umständen nie übersehen hätten: Er oder Sie war unhöflich zu dem Kellner, spricht schlecht über andere, ist unhöflich usw. Wir hören nicht auf uns zu fragen: „Was sagt dies all dies über der jeweiligen Charakter aus?“

3) Betrachte jemanden niemals völlig losgelöst von seiner Familie, Herkunft, Bildung, Glaubenssystem etc. Stelle klare Fragen. Stelle z.B. folgende Fragen: „Was bedeutet es einen simplen Lebensstil zu haben? Welche Erwartungen hast du an die Ehe? Wie würdest du beim Haushalt mithelfen?“ Vergleiche deine Definitionen und Antworten mit seinen.

4) Bleibe flexibel und offen!

5) Eine glückliche Ehe sollte niemals mit voller Aufopferung verwechselt werden. Sowohl die eigenen Freude aus der Ehe und eurer Beziehung als auch das Erfreuen am Glück des anderen soltlen bei euch beiden vorhanden sein.

6) Die Moralität und Religiösität sind Eigenschaften, die höher als Schönheit, Geld und Gesundheit sind und eine Person wahrhaftig definieren. Die moralisch aufrechte und spirituelle Person wird in jeder Notlage zu dir stehen. Wenn jemand nicht gottesfürchtig ist und selbst keine Beziehung zu Allah, seinem Schöpfer, aufbauen kann, wie kannst Du erwarten, dass er dir deine Rechte erfüllt? Der ideale Partner ist jemand, der dir einen Zuwachs schenkt und keinen Verlust, der dein Leben auf vielen Ebenen bereichert und nicht verarmt. Eine gute Beziehung wird eine Ehe stetig stärken und erfolgreich werden lassen. Zudem gehört zu einer erfolgreichen Ehe, dass die Familienwerte respektiert werden, dass ein gewisser Grad an Selbstkontrolle und Selbstdisziplin vorhanden ist, und auch das Wissen über die Wichtigkeit der spirituellen und emotionalen Seite berücksichtigt wird. Das Finden von Gemeinsamkeiten und das Gleichgewicht zwischen spirituellen und emotionalen Aspekten einer Beziehung, ist der mächtige Schlüssel hin zu einer gesunden und blühenden Ehe.

Möge Allah Dir eine blühende Ehe schenken.

Unverheiratet und kinderlos: Einsamkeit überwinden

Frage:

Ich war verlobt und stand kurz davor zu heiraten, jedoch änderte plötzlich mein Verlobter seine Meinung und entschied sich eine andere Frau zu heiraten. Ich war am Boden zerstört, fühlte mich gedemütigt und verlassen. Jedes Mal, wenn ich versuche eine andere Beziehung anzubahnen, erlebe ich Misserfolge. Ich wurde von denen verlassen, die ich am meisten liebe und wurde betrogen. So blieb ich unverheiratet, ohne Kinder und wurde immer wieder enttäuscht. Ich bin geduldig, bete und spreche meine Du’as (Bittgebete) und erfüllte meine Pflichten gegenüber Allah subhanahu wa ta`ala (gepriesen sei er). Dennoch fühle ich mich manchmal sehr einsam und leide an Herzschmerz. Ich wünschte ich könnte eines Tages mit einem Lächeln und Freude aufstehen, und ohne Enge in der Brust und einer verwundeten Seele. Wie kann ich diesen Schmerz, denn ich gerade erleide, mildern?

Antwort:

Du hast eine Trennung erlebt, die sehr schmerzend und beschämend für dich war. Du sehnst dich nach der emotionaler Bindung, die du mit deinem Verlobten erlebtest und bist traurig und fühlst dich nun allein ohne ihn. Eine misslungene Beziehung sollte trotz der Erschwernis als ein kontinuierlicher Lernprozess und als Möglichkeit zur individuellen  Persönlichkeitsentwicklung gesehen werden. Es erscheint mir so, als würdest du weitere potenzielle Ehepartner suchen und ehrgeizig deine Heiratsabsicht und deinen Kinderwunsch versuchen zu realisieren. Dieser Prozess löste viele Enttäuschungen aus. Wahrscheinlich machte sich so Unsicherheit und Angst breit, dass du unverheiratet und ohne Kinder dastehen wirst und sich dieser Zustand niemals ändern wird.

Als ersten Schritt zur Überwindung der Einsamkeit wäre es empfehlenswert dich selbst zu akzeptieren. Werde selbstbewusst und sei nicht besorgt oder ängstlich und reflektiere dich selbst. Frage dich, wer du bist als Person und wer du bist in Interaktion mit anderen Personen. Diese Selbsterkenntnis wird dir bei der Verbesserung deiner Beziehungen zu anderen Personen behilflich sein. Wenn diese Akzeptanz und das Selbstbewusstsein erreicht wurde, wirst du in der Lage sein mit anderen zu interagieren und in der Lage sein mehr von dir zu geben. Dein Interesse für andere und weiteren Projekten wird steigen und dieses Selbstbewusstsein wird die Menschen um dich herum auf dich aufmerksam machen. Du wirst bereit sein neue Leute kennenzulernen und das Beste aus deinen sozialen Kontakten zu schöpfen. Um weiter deine Einsamkeit zu reduzieren, kannst du Gruppen und Organisationen beitreten. Hier kannst du in mit anderen in Kontakt treten, die ähnliche Interessen wie du haben. Beispielsweise könntest du einer Klasse beitreten, um dein Wissen in der Religion zu erweitern oder dich ehrenamtlich für ein Thema deines Interessenfelds einsetzen. Mit diesen neuen Erfahrungen wirst du andere Gleichgesinnte treffen und eine soziale Unterstützung erhalten, die dir dabei behilflich sein wird deine Einsamkeit zu mindern.

In guter Gesellschaft zu sein ist ein natürliches menschliches Verlangen. Der Einsamkeitsgedanke steigt und fällt im Laufe der Lebenszeit eines Menschen aufgrund von Erfahrungen und Ereignisse, die im Leben passieren, wie mit dem Verlust von Freunden oder  Angehörigen oder das Verlassen von Geliebten aufgrund eines Umzugs und dergleichen.  Einige Menschen fühlen sie für eine längere Zeit sehr einsam und dies könnte eine Depression auslösen. Wenn diese darunter leiden scheinen sie das Leben aus der ‚,dunkleren Seite‘‘ zu betrachten und verlieren so ihre Zukunftshoffnungen. Alles was sie betrachten sehen sie wie durch geschwärzte Brillengläser und es fällt ihnen sehr schwer irgendetwas positives in ihrem Leben wahrzunehmen. Wenn du einen Therapeuten aufsuchst, um über deine Gefühle zu sprechen, kannst du eine Unterstützung erhalten, die dir dabei behilflich sein könnte deine Unzufriedenheit zu überwinden. Ohne diese professionelle Unterstützung könnte diese depressive Stimmung auf Grund der negativen Gedankenmuster und des Hilflosigkeitsgefühlen schwer überwindbar sein. Du leidest immer noch unter der Auflösung eurer Verlobung und blickst düster in die Zukunft. Besondere Geduld und die positive Einstellung gegenüber dem, was Allah (swt) für dich geplant hat, wird dir bei der Bewältigung deiner Probleme behilflich sein. Nun hast du die Möglichkeit neue Leute kennenzulernen und dich voller Leidenschaft neuen Aktivitäten zu widmen. Weiterhin kannst du die Zeit zur Selbstreflexion nutzen  und dich dem Gebet widmen, das dich bei der Akzeptanz und dem Vertrauen von Allahs (swt) Pläne und seiner göttlichen Weisheit unterstützt.

Dieser Artikel wurde von zwei Autoren erstellet. Amal Killawi, eine Sozialarbeiterin mit der Spezialisierung auf mentaler Gesundheit und Eheberatung sowie Munira Lekovic Ezzeldine, eine Familien- und Ehetherapeutin, die sich spezialisiert hat auf voreheliche Beratung. Bitte achtet darauf, dass die Autoren keine islamische Ausbildung haben und es deshalb auch möglich ist, dass nicht alle religiösen Aspekte beachtet worden sind.

Meine Eltern sind mit der Wahl meiner Zukünftigen nicht einverstanden

Muslim-Ratgeber: Meine Eltern sind mit der Wahl meiner zukünftigen Ehepartnerin nicht zufrieden. Was soll ich tun?

Frage:

Ich befinde mich in einer sehr komplizierten Situation mit meinen Eltern und dem Mädchen, dass ich heiraten möchte. Was soll ich in dieser schwierigen Situation tun? Meine  Eltern sind mit dem Mädchen nicht einverstanden, da wir aus verschiedenen Kulturen kommen. Aber aus islamischer Sicht ist nichts daran auszusetzen. Deshalb überlege ich sie doch zu heiraten. Was soll ich tun?

Antwort:

Es hört sich so an als würdest du im Zwiespalt sein mit dem, was du möchtest und dem was deine Eltern für dein Leben möchten. Das ist verständlich, denn selbst Entscheidungen zu treffen muss man erst lernen, was manchmal sehr schwierig sein kann. Die Probleme, denen sich Paare aussetzen müssen gegenüber Eltern und deren Wünsche, können sehr vielfältig und verschieden sein. Da ich dich und deine Familie nicht kenne, werde ich mich allgemein halten und versuchen verschiedene Möglichkeiten aufzuzählen:

1. Deine Eltern könnten dich enterben oder nicht zu deiner Hochzeit kommen. In solch einer Situation erinnere ich Paare gerne daran, dass der Ehepartner, der seine Familie verlässt  in folge dessen in eine schwierige Lage kommen kann. Dies wird bewusst oder unbewusst immer ein Thema sein in der Ehe – denn es bleibt der gedanke, dass eine Person in der Partnerschaft  für die andere so vieles aufgegeben hat. Das kann euch näher zusammenbringen nach dem Motto, du und ich gegen den Rest der Welt oder zu Problemen führen, mit dem Vorwurf: “Schau was ich alles für dich aufgegeben habe!“ Und diese Aussagen werden auftauchen, sobald der erste Konflikt in eurer Beziehung auftaucht. Ihr beide müsst euch über eure Gefühle in diesem Zusammenhang im Vorfeld austauschen.

2. Wenn deine Familie von der Heirat nicht angetan ist, wirst du sie leider bei Konflikten nicht konsultieren können. Das einzige, was du hören wirst, ist: „Ich habe es dir gesagt.“ Du bist allein auf dich gestellt und wirst keine Unterstützung erhalten. Außerdem liegt es daran wie sehr deine Familie dagegen ist, desto mehr oder weniger Zeit wirst du in Zukunft mit ihnen verbringen.

3. Enkelkinder: Deine Eltern könnten ihre Beziehung zu deinen Kindern einschränken, wenn sie kein gutes Verhältnis zu dir oder deiner Frau haben. Außerdem könnten sie sich in deine Erziehung einmischen und die Entscheidung deiner Frau und dir anzweifeln.

4. Wenn du dich wohl fühlst und Akzeptanz findest bei deinen Schwiegereltern kannst du die Beziehung zu ihnen stärken und Unterstützung von ihnen erhalten. Dies könnte dir den Stress erleichtern , der entsteht, wenn man eine Familie zusammen gründet.

Ich möchte, dass du dir diese Fragen stellst:

– Werden meine Eltern überhaupt irgend jemanden akzeptieren, den ich selbst auswähle? Wenn ja, warum und wenn nicht, warum?

– Was sind ihre Erwartungen? Und warum?

– Was könnten die Ängste meiner Eltern in dieser Situation sein?

– Warum möchte ich sie heiraten? Ist es die beste Wahl für mich und für das, was ich mir in Zukunft vorstelle?

– Wie werde ich mit meiner Entscheidung und den konsequenzen umgehen und wie wird es weitergehen?

-Wie werde ich mit meiner Entscheidung umgehen und wie wird es weitergehen?

Möge Allah, der Erhabene, dich zum Besten führen.

 

Dieser Artikel wurde von zwei Autoren erstellet. Amal Killawi,eine Sozialarbiterin mit der Spezialisierung in mentaler Gesundheit und Eheberatung und Munira Lekovic Ezzeldine, eine Familien und Ehetherapeutin, spezialisiert auf vorehelicher Beratung. Bitte achtet darauf, dass die Autoren keine islamische Ausbildung haben und es deshalb auch möglich ist das nicht alle religiösen Aspekte beachtet worden sind.

Leidenschaftliche Liebe in der Ehe: Gibt es sie wirklich?

10 Überlegungen, wenn man den „richtigen“ sucht.

„Ich habe Angst vorm heiraten“, sagte sie. Sie, wie zahlreiche andere Frauen, die sich mir anvertraut haben, dachten, sie stünden damit alleine dar. „Ältere Frauen haben mir immer wieder gesagt, dass ich mein Leben als Single genießen soll, weil die Ehe eine Belastung darstellt. Ich habe noch nie eine harmonische Ehe gesehen. Verheiratete Freundinnen rufen mich an und beschweren sich über ihre Ehemänner und fragen mich nach Rat. Woher soll ich wissen, was ich ihnen sagen soll?! Ich versuche ihnen unterstützend bei Seite zu stehen, aber all diese Gespräche verunsichern mich eher mehr, als dass ich einer ehelichen Beziehung nachempfinden kann. Ich möchte wirklich heiraten, aber ehrlich gesagt habe ich Angst davor, unglücklich zu sein.“ Sie fing an  „Ist es möglich…“, verstummte dann plötzlich und ihre Stimme stockte, „dass harmonische Ehen… Sie wissen, diese Art von Ehen wie in Filmen, wo sie kaum abwarten können sich zu sehen, wo sie wahnsinnig aneinander lieben, existieren? Ist heiße, leidenschaftliche Liebe auch wirklich real?“
Die Essenz ihrer Fragen war dieselbe, mit der auch andere junge Frauen zu mir kamen; ihre natürlichen Wünsche zu heiraten werden oft mit der Angst überschattet, in eine Ehe des Leidens zu geraten. Wo auf der einen Seite wenig bis gar keinen realen Beispielen für leidenschaftliche Ehen vorhanden sind, werden diese Frauen auf der anderen Seite mit romantischen Liebesgeschichten aus Bollywood überschwemmt. Diese jungen Frauen haben sich ständig dieselbe Frage gestellt, „ist es möglich, glücklich in der Ehe zu sein? Ist diese physikalische und emotionale Leidenschaft real?“
Die Antwort? Ja! Ja, es ist möglich. Ja, sie ist real! Wobei es wahrscheinlich problematisch ist, eine wahre Beziehung mit einer gespielten Liebe aus Filmen zu vergleichen. Aber Deine Ehe könnte in der Realität, so Allah will, so manchen Filmcharakter blass vor Neid auf eure feurige, verspielte, emotional faszinierende, physisch flammende Beziehung machen, wenn Du es richtig anstellst.
Eine gute mir bekannte Familien-Therapeutin nutzt Wissen aus der Grundlagenforschung, um die notwendigen Komponenten für solch eine romantische Beziehung zu beschreiben. Sie bezieht sich dabei auf die Forschung des bekannten Psychologen Robert Sternberg. Steinberg hat 7 Formen der Liebe herausgearbeitet und auf Grundlage der Intensität der 3 folgenden Komponenten in einer Beziehung kategorisiert:

  • Leidenschaft
  • Intimität
  • Engagement

Er beschreibt die eine Beziehung, welche alle 3 Faktoren beinhalten, als Form der vollendeten Liebe. Das sei die Liebe, die den Test der Zeit überstehen wird und bei der ein Paar Ruhe findet. Sie hat wohl die Eigenschaft der ehelichen Gemeinschaft, die von Allah im Koran beschrieben wird.

„Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“ (Sure 30:21)

Nun, wenn  diese Art der Ehe wirklich existiert, stellt sich unweigerlich die Frage: „Wie kann eine alleinstehende Person, die solch eine Liebe sucht, dies in ihrem künftigen ehelichen Leben erreichen?“ Der Anfang dieser Antwort liegt darin, sicherzustellen, dass man den richtigen Ehegatten heiratet. Die folgenden 10 Überlegungen könnten Ihnen durch diesen Prozess helfen:

1. Kenne Dich selbst

Kennst Du Deine Prioritäten, Deine allgemeine Lebenseinstellung, Deine eigenen Erwartungen bezüglich der Ehe. Damit bist Du darüber informiert, wie Dein potenzieller Ehegatte auszusehen hat. Frage Dich   selbst: Warum möchte ich heiraten? Was sind meine Bedürfnisse in einer Beziehung? Was sind meine Erwartungen an eine Ehe?
Aber: Verstehe auch, dass die Ehe nicht die Lösung für Deine eigenen Fehler ist, noch wird es die Lösung all Deiner Lebensprobleme sein. Arbeiten an Deiner Entwicklung, ohne dabei von der Ehe zu erwarten, dass sich Dein Leben irgendwie auf mysteriöse Art plötzlich durch sie verändert. Ehe kann eine große Quelle der Unterstützung und eine Ermutigung für die Selbstverbesserung sein, aber wenn wir nicht persönlich jetzt an uns selbst arbeiten, wie können wir erwarten, dass es leichter sein wird, mit dem zusätzlichen Gepäck der anderen Person, die ebenfalls wie du selbst unvollkommen ist?

2. Priorisiere Deine Kriterien.

Erstelle eine Liste über die Kerneigenschaften und Zusatzqualitäten, die Du von Deinem potentiellen Ehepartner erwartest. Bedenke auch, was Du absolut nicht akzeptieren kannst. Wie die bereits erwähnte Familien-Therapeutin rät: „Fokussiere Dich vor allem auf Kerneigenschaften, die Deine Ehe aufleben lassen, oder aber zerstören können. Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Du Kerneigenschaften von Zusatzqualitäten unterscheiden kannst, frage verheiratete Paare oder Experten, welche Eigenschaften bei einem Ehepartner wirklich essentiell sind und welche „nur“ wünschenswert.“
Sei Dir bewusst, dass einige Kerneigenschaften viel wichtiger für den Erfolg einer Ehe sind, als andere und sei realistisch, wenn Du  an einen potentiellen Partner denkst. Wenn die Person, an die Du denkst, alles hat, außer dem absolut wichtigsten Merkmal Deiner Eigenschaftenliste, dann ist es wahrscheinlich nicht die richtige Person für Dich. Erkenne an, dass sich Deine Liste ändern kann, weil Du Dich als Person entwickelst. Behalte die Liste, damit Du sie jederzeit griffbereit hast, sie überprüfen oder abändern kannst.

3. „Benutze Deinen Verstand vor Deinen Emotionen.“

Ein von der erwähnten Familien-Therapeutin ins Leben gerufener Ausdruck, welcher dabei hilft, den Fokus bei der Suche auf die richtige Person zu lenken, ist: „Benutze Deinen Verstand vor Deinen Emotionen.“ In der Erregung einen Ehepartner zu finden, geraten viele Menschen in eine gewisse Blindheit und sonst so offensichtliche Warnzeichen werden einfach übersehen oder ignoriert. Emotionen haben ihren Platz; aber erlaube Deinen Emotionen nicht, Deine Entscheidung für Dich zu treffen. Benutze Deinen Verstand, um in Erwägung zu ziehen, ob die Person nach logischen Gesichtspunkten der richtige Partner für den Rest  Deines Lebens ist. Aber natürlich muss auch Dein Bauchgefühl stimmen bei dieser Entscheidung. Sei Dir darüber im klaren, dass das richtige Selektieren im Vorfeld deutlich schwieriger ist, als einfach blind einem Gefühl zu folgen und ein Bewusstsein erfordert; lass Dich nicht von deinen Emotionen blind mitreißen, um dann abzustürzen, weil Du realisierst, dass die Person mit der Du lebst, nicht diejenige ist, mit dem Du leben solltest.

4. Verstehe, dass taqwa (Gottesfurcht) allein nicht ausreicht und Kompatibilität Voraussetzung ist.

Denken wir über folgendes nach: Wenn eine gottesfürchtige Person einen Kurs in der Universität besucht, die Kursaufgaben nicht macht und sich nicht auf die Prüfungen vorbereitet, wird diese dann auf wundersame Weise einen guten Abschluss erhalten, weil Sie 5 Mal am Tag betet!? Unwahrscheinlich. Also, wie kann das für die Ehe gelten?
Taqwa alleine ist nicht genug; man muss Charakterlich und vom Lebensstil auch zueinander passen. Die Ehe von Zaid und Zaynab, beide unglaubliche Gefährten des Propheten Muhammad (Segen und Frieden auf ihm), welche uns alle mit ihrer Gläubigkeit und gutem Charakter übertroffen haben, ist ein Beispiel von zwei bedeutenden Menschen, die sich aufgrund ihrer Inkompatibilität haben scheiden lassen. Also grundsätzlich stellen sich folgende Fragen: Gehen unsere Erwartungen denselben Weg? Religiös betrachtet, sind unsere Perspektiven und Ziele gleich ausgerichtet? Ist die Person gut für meine Entwicklung? Für meine geistige, psychische, emotionale Gesundheit und auch Sicherheit? Kommt Elternschaft in Frage? Teilen wir Interessen? Ist er gut für meine Familie?

5. Erkenne die Bedeutung der vorehelichen Beratung mit einem qualifizierten Ehe- und Familientherapeuten und stelle Fragen.

Sprich mit einem professionellen Therapeuten; kein Imam (es sei denn, er ist fachlich qualifiziert); kein Freund (es sei denn, er ist Eheberater). Jemand, der durch eine profesionelle Ausbildung und Erfahrungen weiß, wie man in diesen Angelegenheiten beratend hilft, Dich auf wichtige Punkte aufmerksam machen kann und dir hilft Strategien zu entwickeln, so dass Du sicherstellen kannst, die richtige Person zu heiraten und so Gott will, dass der Reiz und die Anziehung auch nach Jahren der Bindung nicht verloren gehen.
Stelle  Fragen, die Dir helfen werden, Deine Perspektive auf das Leben und die Ehe zu verstehen.

6. Bereite Dich auf Dein Leben vor und nicht auf ein einmaliges Ereignis.

Oftmals konzentrieren sich beide Parteien voll und ganz auf die Vorbereitung ihrer Hochzeit, investieren Zeit und Geld für die ersten gemeinsamen Stunden ihres gemeinsamen Lebens, jedoch ohne Investition zur Vorbereitung auf ihr gemeinsames Leben. Voreheliche Beratung, Gespräche mit Ehepaaren, Bücher lesen und erforschen, was eine Ehe ausmacht, sind hoch effektive Maßnahmen, denen nur wenige Paare nachkommen.
Lesen Sie Bücher über die Kommunikationsstile von Frauen und Männern, über die Liebessprache, über erfolgreiche Ehen und die Erfüllung der Bedürfnisse von einander.

7. Beobachten Sie das Potential und halten Sie die Dinge flach.

Beobachte die Reaktionen, wenn die Person frustriert ist oder verlegen; es ist möglich, dass unbewusste Reaktionen zu Gewohnheiten werden, die sich eingependelt haben. Wenn es da etwas gibt, was Du  nicht magst, erwarte nicht, dass sich das von allein ändert. Du kannst ihn dennoch heiraten, wenn Du ihn genug magst. Sei jedoch sehr vorsichtig, wenn der Alltag der Ehe eintrifft kann manches mehr stören als zuvor angenommen und das hätte das am Anfang eine Warnung sein können, die Du ignoriert hast.
Wenn Du an jemanden denkst, den Du heiraten möchtest, schreie es nicht sofort in die Welt hinaus. Poste es nicht auf Facebook und erzähle es nicht beliebig vielen Leuten in oberflächlichen Gesprächen. Halte Deine Angelegenheit privat, mit Ausnahme derjenigen, die in diesem Prozess von Bedeutung sind. Schütze Dich selbst und die Person vor unnötigem Geschwätz. Das ist eine ernste Angelegenheit; akzeptiere und schütze die Privatsphäre des anderen. Ferner stehst Du dann auch nicht unter dem gesellschaftlichen Druck, wenn Du dich doch noch umentscheiden solltest. Denn wenn Du erstmal der halben Welt erzählt hast, dass Du endlich den Partner für’s Leben gefunden hast, kann es im Nachhinein vielleicht schwerer sein, wenn Du Deine Meinung änderst.

8.  Beachte die Rolle Deiner Eltern und treffe gleichzeitig Deine eigene Entscheidung.

Eltern spielen verschiedene Rollen, oft basierend auf ihrem eigenen Hintergrund und dies kann Deiner Ehe helfen oder auch hinderlich sein, erfolgreich zu sein. Denke an die Rolle Deiner Eltern in deinem leben. Welchen Teil nehmen sie in deinem Alltag ein und wie groß wird ihr Einfluss auf Dein eheleben sein. Bespreche das offen mit deinem potentiellen Ehepartner beim Kennenlern-Prozess und befrage ihn auch bezüglich seiner Eltern. Werdet Ihr mit Eltern zusammen leben? Wie ist die Beziehung zu den Eltern? Wo liegen die Prioritäten und die Deines Partners in Bezug auf die Eltern? Antworten auf diese Fragen können Dir helfen zu entscheiden, ob eine gemeinsame Zukunft aussichtsreich ist.
Erinnere Dich: Du bist diejenige, die die Entscheidung für den Rest Deines Lebens trägt. Stelle sicher, dass Du vollends die richtige Wahl triffst; Druck von den Eltern oder anderen kann zu einem Leben des Elends führen, wenn Du dich diesem blind ergibst. Ergreife die Verantwortung und und treffe Deine eigene Entscheidung, unabhängig davon wie andere mit ihrer Entscheidung umgehen werden. Denn am Ende lebst Du mit der jeweiligen Person und teilst Dein Leben mit ihr. Die Zustimmung des Wali zur Ehe bleibt davon natürlich unberührt, aber kein mündiger Muslim muss jemanden heiraten, den er oder sie nicht will.

9. Äußere Deine Erwartungen.

In wirtschaftlich immer unsichereren Zeiten und die sich immer wieder wandelnden Rollenverständnis von Mann und Frau ist es erforderlich über Bildungs- und Berufsfragen  offen zu sprechen. Welche Aufgaben sollen spezifisch für den  den Mann, welche für die Frau und welche für beide als Team? Wer wird arbeiten, oder beide? Wie steht es um die Erziehung der Kinder? Für wie viele Jahre wird einer/werden beide den anderen bei der Berufsausbildung/Job unterstützen? Wer ist für welche Arten der Hausarbeit verantwortlich? Eine klare Besprechung dieser Fragen kann Spannungen oder unausgesprochenen Erwartungen im Vorfeld lösen.

10. Das Istikhara-Gebet (vor wichtigen Entscheidungen um Rat suchen).

Wende Dich zu Gott bei Deiner Entscheidung. Vielleicht hast Du noch kein offensichtliches Zeichen gesehen, ob es sich um die richtige Person handelt, aber Du fühlst es womöglich im Herzen. Jenseits aller nervösen Gefühle der Aufregung kann Dein Herz Dich über Dein Gefühl und Dein Vertrauen in dieser Angelegenheit informieren.
Jemand hatte einmal durchweg das Gefühl, dass die Person, mit der sie verlobt war, der Falsche sei. Sie sprach mehrmals mit ihren Eltern und erzählte ihnen von ihren Bedenken, doch die Eltern überzeugten sie, weil er dem Anschein nach alles hatte, was sie suchte. Sie konnte nicht genau festmachen, warum sie so fühlte und auch versuchte sie, sich davon zu überzeugen, dass ihre Eltern Recht haben. Innerhalb eines Jahres realisierte sie den „frommen“ und „guten“ Charakter, von dem jeder ausging und sah wie er sich wirklich entwickelte. Sie ließen sich scheiden und ihre Eltern fühlten sich schuldig, dass sie ihre vorehelichen Sorgen auf die leichte Schulter nahmen. Ihr Herz hatte zu ihr gesprochen, nachdem sie im Istikhara-Gebet um Rat bat, aber sie hatte die Botschaften aufgrund des Druckes ihrer Eltern ignoriert. Höre auf Dein Herz und vertraue Deiner Intuition.

Letztendlich ist Liebe und Leidenschaft nur ein Aspekt der Ehe und es ist nicht unbedingt ein obligatorischer Bestandteil einer glücklichen Ehe. Viele Paare haben keine „leidenschaftliche“ Liebe und sie sind mehr als glücklich und erfolgreich in ihren Ehen.
Darüber hinaus ist es möglich, dass selbst wenn eine Person den gesamten Prozess der Wahl des Ehepartners mit Weisheit, Tiefe und Forschung betreibt, sie sich nicht glücklich in der Ehe wiederfindet und sich womöglich scheiden lässt.
Die Wahl der richtigen Person hilft deutlich bei der Vorbereitung, wenn es darum geht, eine pikant romantische, mitfühlende Beziehung aufrecht zu erhalten. Wenn beide Partner danach suchen, ist es der erste Schritt von vielen, der in die richtige Richtung geht.
Bespreche so Dein eigenes Ideal einer Ehe ehrlich mit Deinem potentiellen Ehepartner und mache aus, welche Schritte nötig sind, damit gemeinsam dieser Weg gegangen werden kann.
Die Kraft, die man für eine glückliche Ehe investiert, kann anfangs stärker sein, aber sie hat das Potential, mit Gottes Segen und dem Bemühen beider Ehepartner noch stärker zu werden. Leidenschaftliche und nachhaltige Liebe kann in der Ehe real sein, jedoch benötigt es Arbeit, Wachstum und Opfer von Anfang bis Ende.

Möge Allah Deine Ehe segnen!

Wie sage ich meinen Eltern, dass ich meine Cousine nicht heiraten möchte?

Frage:

Ich bin verlobt, aber es hat weder für die erwartete Aufregung, Angst noch für Vorfreude bei mir gesorgt. Ich hatte wachsenden Pessimismus, Zweifel und Sorgen gehabt, weil mein Eltern um die Hand meiner Cousine angehalten haben. Anfangs habe ich mich dazu verpflichtet gefühlt, aber je mehr ich über meine Zukunft mit ihr nachdenke, desto mehr Zweifel kommen mir auf.
Ich mache mir sorgen, weil ich in Kanada geboren und aufgewachsen bin, meine Cousine aber in Pakistan.
Die kulturellen Unterscheide, besonders aber die sprachlichen werden eine große Hürde sein, da mein Urdu sehr schlecht ist.
Ich habe keine Zweifel, dass meine Cousine eine gute Ehefrau wäre, trotzdem denke ich persönlich dass ich besser zu einer Schwester passen würde, die ebenfalls in Kanada oder den Vereinigten Staaten aufgewachsen ist.
Meine Schwester hat eine Scheidung mit ihrem Exmann hinter sich, der in Pakistan gelebt hat. Mein Problem ist, aber, dass mein Vater sehr angetan von meiner Cousine ist und durch die Scheidung meiner Schwester, welche ihn wie ein Schlag getroffen hat, hab eich jetzt das Gefühl, dass ich keine andere Wahl habe als „Ja“ zum Wunsch meiner Eltern zu sagen.
Manchmal fühle ich mich sehr schuldig.
Bin ich zu selbstsüchtig, wenn ich jemanden heiraten möchte, den ich nach meinen Wünschen selbst wähle?
Erzähle ich meinen Eltern meine Wünsche und riskiere dabei die Beziehung zwischen meiner Mutter und ihrem jüngeren Bruder zu zerstören, wenn ich mich der Ehe verweigere?

Antwort:

Es ist offensichtlich, dass du deine Cousine nicht heiraten möchtest und du dich aus Respekt vor deinen Eltern von ihnen unter Druck gesetzt fühlst es zu tun.

Der Respekt, den du vor deinen Eltern hast ist eine edle Eigenschaft.

Wenn es jedoch um Ehe geht, sollte man niemals jemanden heiraten, nur um anderen einen Gefallen zu tun. Die Ehe ist eine ernsthafte Bindung und Vereinbarung.

Der Konflikt zwischen sich den Ehepartner selbst aussuchen zu wollen und den Eltern gefallen zu wollen, kann durchaus sehr schwer sein.

Wenn du sehr stark das Gefühl hast, dass du jemanden mit dem gleichen kulturellen Hintergrund bevorzugst, und jemanden, der Englisch als Muttersprache spricht, dann sind das wichtige Eigenschaften für dich, die du in einem potentiellen Ehepartner finden solltest.

Ignoriere nicht die Warnzeichen, die du in deiner derzeitigen Verlobung wahrnimmst.

Dein Beschluss, dass du nicht zu deiner Cousine passt, bedeutet nicht, dass etwas nicht mit deiner Cousine stimmt. Es bedeutet nur, dass sie möglicherweise nicht die richtige Person für dich ist.

Manchmal müssen wir im Leben schwere Entscheidungen treffen, die nicht jeder verstehen kann.

Du kannst deinen Eltern Ehre erweisen, indem du ehrlich zu ihnen bist was deine Bedenken betrifft.

Ehrlich darüber zu sein, wie du dich heute fühlst, wird dich und deine Familie vor viel Herzschmerz in der Zukunft bewahren.

Du kannst auch am Beispiel deiner Schwester lernen, wenn es darum geht die Entscheidung zu treffen, welche am besten für dich ist.

Selbst wenn deine Eltern jetzt mit deiner Entscheidung unglücklich sind, werden sie dich für deine Ehrlichkeit und Selbstreflexion respektieren.

Schließlich musst du persönlich Verantwortung für die Entscheidungen, die du in deinem Leben triffst, Verantwortung übernehmen und kannst andere nicht für die Konsequenzen verantwortlich machen.

Vertraue deinem Herzen. Bete das Istakhara-Gebet (ein Gebet, welches hilft Entscheidungen zu treffen) und mach Du’a (Bittgebete) zu Allah, um deinen Weg zu erleuchten.

Möge Allah Dir helfen eine gute Entscheidung zu treffen.

4 Ehe-Fallen für muslimische Konvertitinnen und wie man diese umgeht

Wenn man sich mit Menschen unterhält, die aus einer anderen Glaubensrichtung ohne Ehepartner zum Islam übergetreten sind und die danach auf der Suche nach einem Ehepartner sind, kann man viel aus ihren Erfahrungen lernen. Denn für den Konvertiten, insbesondere für die konvertierte Muslima, ist es mit einigen Schwierigkeiten und Herausforderungen verbunden einen geeigneten Ehepartner zu finden und letztlich auch zu heiraten. Der folgende Artikel ist keineswegs eine Aufzählung all dieser Schwierigkeiten sondern viel mehr die vier häufigsten Gefahren, in die man bei der Ehepartnerwahl als Konvertiten fallen könnte.

1. Falle: Der inkompetente Wali (Heiratsvormund)

Eine Bedingung für die Gültigkeit der Ehe ist nach islamischen Recht, dass die Ehefrau durch einen Wali (Heiratsvormund) vertreten wird. Dieser Wali ist in der Regel der Vater der Braut oder ein anderes männliches Mitglied der Familie. Da die Familienangehörigen der Konvertitinnen oftmals nicht-Muslime sind, übernimmt ein Mitglied der Gemeinde, oft der Imam der Moschee, oder ein Ansässiger prediger mittleren Alters die Heiratsvormundschaft für die Braut. Meistens sind die Personen, die die Stellung als Wali übernehmen, weder in dem Land der Konvertitin geboren noch aufgewachsen, sondern sind wie der Großteil unserer Gemeindemitglieder mittleren Alters, als Immigrannten erst im fortgeschrittenem Alter nach Deutschland eingewandert. Viele Konvertitinnen haben das Gefühl, dass ihr Wali ihre Aufgabe nicht ernst nehmen würden und vielleicht sogar garnichts mit der Ehe und den möglichen Problemen zu tun haben möchten. Jedoch sind sie, von einer ernsten Rolle als Wali, wie es ein Vater für seine leibliche Tochter wäre,  oftmals Meilenweit entfernt.
Der Islam sieht für den Wali die Stellung des Beschützers und Vertreters der Interessen der Braut vor. Er soll auch verhindern, dass sie einen Mann heiratet, der nicht mit ihr kompatibel ist oder sie ausnutzt. Jedoch sollte man nun, die Schwierigkeit, diese Aufgaben verantwortungsvoll aufzunehmen, bedenken, wenn der Wali weder die Braut und ihre Eigenschaften kennt noch in der selben Kultur aufgewachsen ist wie die Braut. Wie man sieht, wird es hier selbst für den gut-gewillten und engagierten Wali einer Konvertitin ziemlich schwer.
Wie bereits erwähnt, ist normalerweise der Vater der Braut auch ihr Wali und natürlich liegt das auch nahe, denn ihm liegt am Meisten am Wohlergehen seiner Tochter, kennt ihre Persönlichkeit und ihre Bedürfnisse am Besten und dementsprechend wird er auch jeden Anwärter genauestens unter die Lupe nehmen, bevor er seine Tochter mit ihm verheiratet. Eine Konvertitin, da ihre männlichen Verwandten als Nicht-Muslime für die Position des Walis ausgeschlossen sind, wird warscheinlich einen vollkommen fremden Wali haben. Vielleicht einen Türken, einen Araber oder auch jemanden aus Süd-Asien, der vielleicht unzureichende Deutsch-Kenntnissse besitzt, die kulturellen Nuancen dieser Gesellschaft nicht versteht und außerdem auch nicht die Persönlichkeit und Bedürfnisse der Braut kennt. Erschwerend hinzu kann es kommen, wenn es dem Wali obendrein auch noch unangenehm ist, mit einer “nicht-Mahram”-Frau, also einer Frau, die er theoretisch von rechtswegen ehelichen könnte, kontakt zu haben. Nicht selten berichten Konvertitinnen, dass sie das Gefühl hatten, dass sogar die sachliche Kommunikation dem Wali unangenehm war. Dies hängt mit dem teilweise sehr strengen Geschlechterverhältnis und den damit verbundenen Normen der Ursprungsländer dieser Walis zusammen. Es stellt sich also ganz klar die Frage, wie ein Wali die Interessen einer Braut vertreten soll, wenn die Braut nich einmal eine offene und ehrliche Diskussion oder eine Unterhaltung mit ihm haben kann, in welcher sie ihn über ihre Vorstellungen, Bedürfnisse und Erwartungen sprechen kann. Wie soll dieser Wali einen guten, kompatiblen Ehepartner für diese Frau auswählen? Diese Art von Beziehung zwischen Wali und Konvertitinnen  führte schon oft zu Ehen, die zu leichtfertig geschlossen wurden und dann vor Problemen stehen, die man hätte leicht vermeiden können, wenn der Wali weise gehandelt hätte. Manchmal ist es heute so, dass der Wali nicht einmal ein einziges Gespräch mit der Braut und dem Bräutigam führt und nur als Formaler erfüller der Nikah-Bedingungen dient. Und tatsächlich gibt es ein paar kompetente und verständige Imame, die als Wali theoretisch einen guten Job machen könnten, jedoch sind diese oftmals derart überbelastet mit anderen Aufgaben und Verantwortungen, sodass sie sich der Aufgabe des Walis einfach nicht ausreichend zuwenden können.

Lösung:

Obwohl dies vielleicht noch mit den örtlichen Gelehrten besprochen werden müsste, wäre es unter Umständen vorteilhaft, wenn eine Konvertitin sich ihren Wali aussuchen könnte, sofern mehrere in Frage kommen. Denn dann könnte sie sich denjenigen aussuchen, welcher bestenfalls im selben Land und der gleichen  Kultur wie sie aufgewachsen ist, ausreichend Zeit investieren kann und offen ist für die notwendige Kommunikation mit der Konvertitin, damit er sich Verantwortungsvoll um seine Aufgabe als Wali widmen kann. Eine sehr gute Lösung wäre es z.B. auch, wenn dieser Wali eine Ehefrau hätte, mit der die Konvertitin offen über alles sprechen könnte und die Ehefrau des Walis würde somit zusätzlich als Vermittlerin zwischen Wali und Konvertitin dienen.

Dennoch ist es sehr wichtig, dass der Wali ein respektiertes Mitglied der Gemeinde ist, mit guter Reputation und gutem Charakter.  Obwohl die klassischen islamischen Rechtswerke (arab. Fiqh) beschreiben, dass die Aufgabe des Walis an den Richter (arab. Qadi) oder Imam geht in einem islamischen Staat, wenn kein männliches Familienmitglied vorhanden ist für diese Aufgabe, scheint die Zielsetzung der Scharia darauf abzuzielen, dass die Interessen der Frau möglichst gut vertreten werden und dies kann nur realisiert werden, indem dies durch die fähigste Person geschieht. Ohnehin leben wir nicht in einem solchen islamischen Staat und die ansässigen Gelehrten müssen passende Lösungen für unsere Lebenswirklichkeit finden. Wenn eine Konvertitin der Meinung ist, dass ihre Interessen doch nicht optimal durch ihren Wali vertreten werden, aus welchen Gründen auch immer, sollte es möglich sein, diesen, durch einen anderen zu ersetzen, ohne, dass dies ihrem Ruf schadet. Gemeinden täten gut daran, wenn sie gleich eine Liste mit freiwilligen, fähigen Männern bieten könnten, die diese Aufgabe übernehmen würden, insbesondere dann, wenn der Imam der Moschee nicht die kulturellen oder sprachlichen Kompetenzen besitzt oder auch unter Zeitmangel leidet , um diese Aufgabe gewissenhaft übernehmen zu können.

2. Falle: Du bist noch nicht lange genug Muslima

Lasst uns das Kind beim Namen nennen: Die meisten Konvertiten haben bereits etwas sexuelle Erfahrung gesammelt vor ihrer Konversion und einige verlassen vielleicht sogar beim Eintritt in den Islam eine Beziehung zu einem anderen Menschen. Aus diesem Grund fühlen viele der Konvertiten ein großes Bedürfniss ihre körperlichen Bedürfnisse in einer Ehe zu befriedigen. Neben ihrem eigenen Drang, werden diese oft zusätzlich von der muslimischen Gemeinde regelrecht bedrängt möglichst ohne Verzug zu heiraten, damit sich diese im Islam festigt und geschützt ist vor unehelichem Geschlechtsverkehr (arab. Zina). Denn es hherrscht der Gedanke bei vielen Muslimen, dass nur ein guter Ehemann nötig sei, um diese neue Muslima zu festigen. Zwar ist dies ein nobler Gedanke, jedoch kann es manchmal nach hinten losgehen.
Interkulturelle Ehen und ihre Besonderheiten folgen als nächstes. Zunächst ist es allerdings wichtig, dass eine neue Muslima sich selbst findet, die Religion lernt und sich festigt, bevor sie einen Partner fürs Leben aussucht. Auch wenn wir das gerne leugnen, gibt es da draußen verschiedene Verständnisse des Islams und verschiedene Individuen verstehen den Islam manchmal ganz anders und bevor man heiratet, sollte man sich zunächst klar machen, wie man selbst die Religion versteht. So mag der eine Konvertit eher einer sufistischen Gruppe zugeneigt sein und ein anderer wiederum eher mit der Salafi-Bewegung sympathisieren. Verschiedene Menschen können verschiedene Verständnisse haben. Natürlich können wir jetzt über die pros und kontras all dieser Gruppen diskutieren, jedoch muss am Ende des Tages jeder von uns, insbesondere Konvertiten, die ja von Haus aus keiner speziellen Gruppe oder islamischen Denkrichtung anhängen, sich bilden und lesen und dem folgen, was er/sie für wahr erkannt haben möchte.
Manchmal lernt ein Konvertit ein spezielles Verständnis des Islams kennen und glaubt das sei “der Islam”, nur, um dann nach einiger Zeit in einer anderen Stadt auf eine andere Interpretation des Islams zu stoßen und zu erkennen, dass wir die Muslime doch nicht so homogen sind wie vorher angenommen und es eine große Vielfalt an Verständnissen und Interpretationen gibt. Die Frage nach der Korrektheit dieser soll hier nicht besprochen werden, sondern nur auf eine Realität hingewiesen werden. Und es ist durchaus möglich, dass ein Kovertit sich anfangs mit einem Verständnis des Islams beschäftigt und nach einer Weile einen anderen Prediger oder Gelehrten entdeckt und sich für sein Verständnis, welches sich teilweise stark vom ersten Verständnis unterscheiden kann, ändert.  Dies soll nicht bedeuten, dass ein Konvertit alle möglichen Sekten und Gruppen ausprobieren soll, sondern  dies soll lediglich darauf aufmerksam machen, dass viele Konvertiten im Laufe der Zeit realisieren, dass sie vielleicht durch eine bestimmte Moschee den Islam auf eine bestimmte Weise kennengelernt haben und später durch weiteres Studium erkennen, dass vieles was sie für islamisch hielten eher aus dem kulturellen Hintergrund ihrer Moschee entsprang oder gar dem Islam widerspricht. Dein Verständnis des Islams, gerade am Anfang, entwickelt sich noch und du solltest Dir diese Zeit nehmen, bevor Du Deinen Ehepartner wählst.
Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang ist, dass viele Konvertiten sich noch mitten in schmerzvollen Auseinandersetzungen mit ihren Familien befinden, die oftmals große Probleme mit dem Übertritt ihres Kindes zum Islam haben. Die neuen Muslime fühlen sich oft einsam, verlassen und verstoßen. Oberflächlich betrachtet könnte man annehmen, dass es das Beste wäre schnell in eine muslimische Familie einzuheiraten, um so einen quasi Ersatz für die eigene Familie , von der man verstoßen wurde, zu haben. Doch birgt dies auch eine große Gefahr: Zum Einen stehen junge Ehen oft am Anfang vor großen Schwierigkeiten und um diese zu bewältigen sollte man sich nicht unbedingt in einer emotional geschwächten Situation befinden, in der sich oft diese neuen Muslime aufgrund der Konflikte mit ihrer leiblichen Familie, befinden. Außerdem könnte es sein, dass sich diese neuen Muslime in der Hoffnung auf Trost übereilt in eine Ehe stürzen, nur um später festzustellen, dass der Ehepartner garnicht zu ihnen passt und sie zu voreilig entschieden haben. Diese Gefahr darf nicht unterschätzt werden.
Letztlich konvertieren viele Frauen aufgrund ihrer Partnerschaft zu einem muslimischen Mann, welcher zumindest nach deutschem Maßstab sehr religiös wirkt, jedoch merken viele Konvertitinnen, wenn sie sich näher mit dem Islam beschäftigen und selber religiöser werden, dass ihr vermeintlich religiöser Partner ein sehr unislamisches Leben führt und kaum die Religion praktiziert. Oft verlassen diese dann den Partner, um einen den Islam richtig praktizierenden Partner zu finden.

Lösung:

Konzentriere Dich zunächst auf Dich selbst. Versuche Deine familiären Probleme einigermaßen in den Griff zu kriegen und versuche ein paar gute Freunde zu finden, die für Dich da sind. Anstatt nur zu lesen oder Dir Vorträge im Internet anzuhören,  solltest Du rausgehen und Dich mit Schwestern real treffen und mit ihnen Unterrichte oder islamische Seminare besuchen. Verschiedene religiöse Lehrer und Freunde kennenzulernen öffnet den Konvertiten oft die Augen und zeigt denen oft wie vielfältig die islamische Community ist. Finde eine Schulter zum ausheulen und anlehnen, eine Gruppe von Schwestern, die für Dich da sind und für die Du da bist. Es kann sehr schwer sein mit den unbefriedigten sexuellen Bedürfnissen umzugehen, aber versuche mit der euphorischen Iman-Phase, die man als neuer Muslim hat und mit ein paar dich ablenkenden Freundinnen, diese Zeit zu überbrücken, bis Du gefestigt bist. Besuche regelmäßig ein paar islamsiche Unterrichte in der Moschee. Wenn Du mal jemanden findest, der Dich interessiert, dann behalte ihn vorerst im Hinterkopf und kümmere dich um Dich selbst.

3. Falle: Das Unterschätzen der Herausforderungen einer interkulturellen Ehe

Du praktizierst nun also den islam und hast auch ein gewisses Basiswissen darüber und nun bist Du bereit für die Ehe. Und du interessierst Dich auch für einen gewissen Mann – wahrscheinlich einer dieser großen, hübschen Brüder mit dunklem Teint. Viele Schwestern stürzen sich in eine Interkulturelle Ehe ohne auch nur eine Idee darüber zu haben, was ihr zukünftiger Ehemann von seiner Ehefrau erwartet. Diese Schwestern nehmen unterbewusst einfach an, dass Ihr Ehemann eine Reflektion des edlen Charakters und Verhaltens unseres geliebten Propheten (saw) haben wird. Das Ergebnis davon ist, dass nicht selten Schwestern von Islam abfallen, nachdem sie schreckliche Erfahrungen in einer unglücklichen Ehe gemacht haben mit Respektlosigkeit, extreme Kontrolle und sogar Misshandlung. Denn genau die Person von der sie erwarteten, dass diese ihnen Sicherheit und ein warmes Hein bietet, sie von ihrem unislamischen Elternhaus in ein muslimisches Heim führt, verwandelt nicht selten ihr Leben in eine Hölle auf Erden aufgrund seiner eigenen kulturellen Engstirnigkeit.
Manchmal sind zwei Eheleute auch derart inkompatibel, dass ihre Ehe ein ewiger Wechsel von Konflikten und Vorwürfen ist; Dabei ist keiner der beiden Schuld an der Misere, denn sie sind einfach zu verschieden, um miteinander harmonisch zu leben. Sogar zu Zeiten unseres geliebten Propheten (saw) gab es kulturelle Unterschiede zwischen den Leuten aus Madina and Mekka, welche zu ehelischen Auseinandersetzungen führten. Das waren Unterschiede zwischen lediglich zwei verschiedene Städten innerhalb Arabiens.  Stell Dir nun zwei Menschen vor, die von ganz verschiedenen Kontinenten kommen, deren Lifestyle und Kutlur sich sehr viel weiter unterscheiden können.
Eine interkulturelle Ehe steht in jedem Fall vor gewissen Herausforderungen, sogar wenn die Ehepartner sich gegenseitig respektieren, lieben und viel gemein haben. Zum Einen sind da natürlich die Familienangehörigen mit denen man auskommen muss. Auf der anderen Seite gibt es auch das Phänomen, dass von den Konvertinnenen und manchmal auch von ihren Ehemännern und deren Familienangehörigen erwartet wird, dass sie ihre gesamte böse, westliche Kultur und Identität aufgeben und komplett die Kultur des Ehemannes adaptiert. Die Wahrheit ist, dass jede nationale Kultur ihre guten und schlechten Seiten haben und egal wie religiös eine Person auch sein mag, kann sich diese nicht gänzlich dem Einfluss des Ortes und der Kultur, in der er sozialisiert wurde, entziehen. Diese beeinflusst dann auch maßgeblich seine Vorstellung von Ehe und Beziehung. Nur weil ein Land mehrheitlich muslimisch bevölkert ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass alle Aspekte der Kultur islamisch sind und andersherum ebenfalls. Nur weil ein Land mehrheitlich nicht-muslmisch bevölkert ist, bedeutet dies nicht, dass alle Aspekte der Kultur unislamisch und schlecht sind. Sogar der Prophet (saw) lobte gewisse Aspekte der römischen und vorislamischen Kultur der Araber.
In einer schlechten interkulturellen Ehe finden sich Konvertiten nicht selten in der Situation wieder, dass sie gezwungen werden ihre eigene Identität gänzlich aufzugeben und eine fremde anzunehmen. Manchmal versucht der Ehemann seine Frau von ihrer Familie zu entfremden. Einige Männer geben sich wenig Mühe Kontakt mit der Familie der Frau zu pflegen, sprechen schlecht über ihre Familie und rechtfertigen dies damit für sich, dass dies ja Ungläubige seien. Er könnte versuchen sie in eine gute arabische/türkische/kurdische/afrikanische/afghanische Frau umzuwandeln und missachtet dabei, dass seine Forderungen und Erwartungen mehr kulturell als islamisch sind. Viele Frauen werden depressiv, wenn sie dieses fremde Leben führen in ständiger Opferung ihrer Persönlichkeit und Identität.
Zusätzlich ist es wichtig zu erwähnen, dass viele Konvertitinnen unter dem Stigma der “Unreinheit” leiden, welches sie glauben zu haben, durch ihre vorehelichen Beziehungen vor ihrer Konversion zum islam. Viele Schwestern fühlen sich deswegen schlecht und unzulänglich als Muslima aufgrund ihrer Vergangenheit. Dies ist natürlich ein komplett unislamsiches Konzept und falsch, aber nichtsdestotrotz existiert dieses Denken. Eine konvertierte Frau könnte, wenn sie für ihr exotisches, westliches Aussehen geheiratet wurde und der Mann sich an sie gewöhnt hat und der Reiz ihrer Schönheit aus seiner Sicht abnimmt, vor dem Problem stehen, dass dieser Mann, genau dieses Sentiment nutzt, um seine Frau Vorhaltungen zu machen und ihre Unsicherheit ausnutzen, um irgendwelche Forderungen durchzusetzen.

Lösung:

Denke gut darüber nach, ob Du jemanden heiraten willst, der nicht im selben Land und der selben Kultur aufgewachsen ist wie du. Die Herkunft der Eltern und die Nationalität spielt nicht so eine große Rolle. Viel mehr geht es darum in welchem Land jemand sozialisiert wurde. Sei Dir darüber im Klaren, wie deutsch/europäisch du bist. Du wirst warscheinlich merken, dass Du doch deutscher bist als du angenommen hast, bevor Du in Berührung kamst mit der islamischen Gemeinde und ihren vielen verschiedenen ethnischen Gruppen und Kulturen. Und das ist vollkommen in Ordnung.  Verstehe, dass alle Muslime – ob konvertiert oder in eine muslmische Kultur geboren – zu einem gewissen Anteil auch Menschen ihrer nationalen Kultur sind. Der Beste unter ihnen ist derjenige, der die halal-Aspekte übernommen hat und die unislamischen Askpekte der Kultur abgelegt hat. Du wirst aber nie einen “nur-Muslim” treffen, denn so etwas gibt es nicht.
Da in vielen Kulturen so viel Wert auf die Jungfräulichkeit gelegt wird,  sollte eine konvertierte Frau niemals einen Mann heiraten, der ihr das Gefühl gibt, er opfere für sie seinen Anspruch auf Jungfräulichkeit und sie sei ihm deswegen etwas schuldig oder zumindest zum Dank verpflichtet, als sei es ein Gefallen, den er ihr damit tut. Ebenfalls sollten alle Alarmglocken angehen, wenn der Anwärter ein wenig zu viel von ihrem “schönen deutschem/europäischen Aussehen” faselt. Weiterhin ist ein es ein Warnzeichen, wenn ein Mann zu sensibel ist, wenn es um die Vergangenheit einer konvertierten Schwester geht. Hiermit soll nicht gesagt werden, dass man über die gesammelten Erfahrungen in anderen Beziehungen frei sprechen sollte, denn das würde jedem Mann verunsichern und ein schlechtes Gefühl vermittteln. Es geht viel mehr darum, dass wenn ein Mann insgesamt unnatürlich reagiert, wenn es mal zur Sprache kommt und er z.b. extrem grübelt oder zu sehr nachhakt, es den Anschein macht, dass er damit ein sehr großes Problem hat und dies sollte jede Schwester als mögliches Konfliktpotenzial  erkennen. Nichtsdestotrotz können inerkulturelle Ehen erfogreich und sehr bereichernd sein, aber es benötigt Arbeit. Als Frau in einer Ehe bist Du verletzbar, da die Authorität in einer Ehe auf der Seite des Mannes liegt. Du befindest dich in einer Position, wo ein schlechter Mann dies ausnutzen und Dich  mit Schuldgefühlen und durch den Missbrauch seiner Authorität in eine sehr unangenehme Lebenssituation bringen könnte.  Deswegen wende dich sofort von Anwärtern ab, die Zeichen von Abscheu gegenüber Deiner Herkunft und Kultur zeigen oder dir das Gefühl geben, dass sie dich verändern wollen. Heirate einen Mann, der dich verstehen will und der seine Authorität als Verantwortung sieht und nicht als Auszeichnung. Heirate keinen Mann, der wegen deiner Herkunft Minderwertigkeitskomplexe hat oder der den Anschein macht zu sehr dein europäisches/deutsches Aussehen zu mögen und sich damit brüstet. Heirate keinen Mann, der deine Familie nicht respektiert und versucht dich von ihnen wegzuziehen, denn dieses Problem wird sich verzehnfachen, wenn ihr erstmal Kinder habt. tatsächlich solltest Du jemanden heiraten, der dir dabei hilft deine familiären Konflikte zu lösen oder dir zumindest dabei hilft den Kontakt nicht ganz zu verlieren. Letztlich solltest du auf der Hut sein vor Muttersöhnchen, denn es besteht die Chance, dass die Mutter noch viel tiefer in ihren kulturellen Vorstellungen feststeckt und dann Dich über ihren Sohn in kulturelle, einengende Ketten legt.

4. Falle: Er ist ein echter Ehebetrüger/Playboy der möchte, dass Du seine geheime Zweitfrau bist

Ein weiteres gewichtiges Argument sich einen guten Wali zu suchen, ist, dass dieser gleich die Ehebetrüger, Playboys und Aufenthaltsgenehmigungen-Jäger abweisen kann, welche nicht wirklich an einer ernsthaften Ehe interessiert sind sondern sich nur ein paar Vorteile verschaffen möchten.  Die zwei Hauptgründe, wieso viele Männer eine Konvertitin Heiraten mit dem Hintergedanken diese wieder zu verlassen, sind die folgenden zwei: 1. Sie heiraten eine Konvertitin mit entsprechender Staatsangehörigkeit, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. 2. Sie suchen eine gutgläubige Konvertitin mit der sie sich wärend ihres vorübergehenden Aufenthalts, z.B. für ein Studium, Schule oder Arbeit, ihre Zeit versüssen können. Dieser wird sie kurzer Hand verlassen, sobald sein Aufenthalt hier vorrüber ist und er in seine Heimat zurückkehrt, um ein “anständiges Mädchen” von dort zu heiraten oder sobald er eine Aufenthaltsgenehmigung erhält und er dann eine Frau aus seiner Heimat importieren kann.  Solche Männer werden die tollsten Versprechungen machen wie z.B. dass er Dich unbedingt seinen Eltern in der Heimat vorstellen möchte und manch einer würde vielleicht sogar Kinder mit Dir zeugen, um Dir die Ernsthaftigkeit der Ehe vorzutäuschen, nur um dich dann dennoch einfach in einer Nacht und Nebel Aktion zu verlassen sobald er sein Ziel erreicht hat oder seine Familie in der Heimat entsprechenden Druck ausübt “das europäische Flittchen und ihr Kind” endlich zu verlassen, um ein von Mama ausgesuchtes Mädchen aus der Nachbarschaft zu heiraten. Solche Männer vergessen dann ganz schnell Frau und Kind ohne auch nur eine Sekunde lang zurückzublicken.
Dann gibt es noch den Typen, der bereits verheiratet ist, aber dich als Zweitfrau nehmen möchte. Dies ist per se zwar nichts verwerfliches, jedoch möchte dieser Dich als geheime Zweitfrau nehmen, ohne, dass seine Erstfrau auch nur etwas von seinen Absichten ahnen dürfte.  Er ist sofort bereit die Nikah mit Dir zu vollziehen und eine Beziehung mit Dir zu führen, ist aber nicht bereit sich aufzuraffen und sich mit den Auswirkungen auf seine derzeitige Familie, die diese Zweitehe unausweichlich mit sich bringen wird, auseinanderzusetzen.  Wenn Du ihn danach befragst, wird er Dir ständig versprechen, dass er es seiner Frau “zum richtigen Zeitpunkt” , d.h. später, sagen wird. Er lässt Dich in Deiner Stadt oder Deinem Land, geht selber zurück in die Stadt seiner Erstfamilie und verspricht Dich sobald wie möglich zu sich zu holen – später.  Er wird seinen Geschwistern und Eltern von Dir erzählen – später.  Er kommt, um Dich und das zu erwartende Baby zu sehen – später.  Er war sehr schnell, wenn es darum ging Dich zu heiraten, aber nun macht er sich rar und läuft ständig weg und weicht aus.  Wenn er dann doch letztlich die Bombe platzen lässt und allen von Dir erzählt wird Deine ursprünglich romantische, suesse, geheime Ehe plötzlich ziemlich bitter, ausgelöst durch den öffentlichen Druck und die negativen Emotionen zwischen Dir, ihm und seiner Erstfrau. Entweder kommt er mit der Situation nicht klar und lässt sich von Dir scheiden oder er behält Dich, wird aber zusehends immer gestresster und bereut die Ehe mit Dir jemals eingegangen zu sein. Es könnte auch sein, dass er Dich einfach geheim weiterhält und sich von dir sowohl körperlich als auch Emotional distanziert. Du wirst in so einer Situation viele Deiner Rechte als Ehefrau verlieren. Ausserdem bedenke, dass es ihm doppelt so leicht fallen würde sich von Dir scheiden zu lassen, wenn niemand von eurer Ehe wüsste.

Lösung:

Ehebetrüger und Playboys können oft entlarvt werden, indem man sie auffordert ihren Eltern vorgestellt zu werden. Fordere sie also stets gerade heraus auf, dass Du die Eltern des Anwärters kennenlernen möchtest. Wenn er dies ablehnt oder fadenscheinige Ausreden bringt, dann solltest Du Dich nicht weiter auf ihn einlassen. Im Zweifel erkläre, dass Du auch bereit bist in seine Heimat mit ihm zu fahren und dass es eine Bedingung für Dich ist die Familie kennenzulernen, bevor Du die Ehe konsumierst (d.h. den ehelichen Geschlechtsakt vollziehst). Stelle dies vor der Eheschließung zweifelsfrei klar, sodass er seine Ernsthaftigkeit unter Beweis stellt, indem er Dir die Familie vorstellt, bevor er die Früchte der Ehe geniessen darf.  Frage ihn nach seinem Aufenthalts-Status und was seine Pläne in dieser Hinsicht sind. Frage ihn wo er in Zukunft leben möchte und wie er ggf. plant für deinen Aufenthalt dort zu sorgen. Es ist ratsam, dass ihr mit dem Kinder kriegen wartet, bis ihr beide eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung für euren Wohnort (Land) habt. Lehne in jedem Fall eine geheime Ehe ab – egal ob als Erst- oder Zweitfrau.
Wenn Du einen bereits verheirateten Mann heiraten möchtest und seine Zweitfrau werden willst, dann bitte ihn darum seine Erstfrau treffen zu dürfen und stelle sicher, dass sie bescheid weiss – oder besser noch – mit der Mehrehe einverstanden ist. Einige Menschen denken, dass eine Erstfrau nie mit einer Mehrehe einverstanden sein könnte, aber das kann sie durchaus sein. Und jeder Mann, der seiner Erstfrau die Neuigkeit über seine zweite Ehe erst am Tage der Eheschliessung mit der Zweitfrau mitteilt, ist warscheinlich ein Mann der es gewohnt ist, viele Geheimnisse zu haben. Außerdem möchtest Du ja auch nicht am Ende geschieden werden, weil seine Erstfrau es doch nicht so gut verarbeitet wie er es sich ausgemalt hatte. Denn, wer weiss. wie gut oder schlecht die Idee der Mehrehe von ihm durchdacht wurde. Deswegen solltest Du Dir am Besten selbst ein Bild davon machen und unbedingt einmal mit seiner Erstfrau darüber sprechen. Natürlich mag dieser Rat nun einige verwundern, aber es gibt durchaus Frauen, die mit einer Mehrehe nicht nur einverstanden sind sondern ihre Männer sogar in ihrer Absicht unterstützen. Außerdem ist er ein Mann der Integrität, wenn er so offen und direkt über seine Absichten mit seiner Frau spricht. Der Respekt, den er durch seine Ehrlichkeit, seiner Erstfrau zeigt, ist letzlich der Respekt, den er Dir als Ehefrau zeigen wird. Und wenn seine Erstfrau für den Rest eures Lebens verbittert sein würde, würden diese Emotionen auotmatisch auch Dich, Deinen Ehemann und eure Beziehung negativ beeinflussen; Der dadurch zu erwartende Stress in der einen Ehe löst sich ja dann nicht einfach in nichts auf, sobald er dann bei Dir ist. Viel mehr wird er seine Probleme mit seiner Erstfrau und den ganzen Stress immer stets mit zu Dir bringen. Wenn er sprachlos oder ablehnend reagiert, wenn Du ihn mit dem Wunsch seine Erstfrau zu sprechen konfrontierst, dann sollten bei Dir die Alarmglocken läuten.  Wenn er Dir sagt, dass er ihr davon erzählte, dann bitte Ihn um Kontaktdaten, damit Du sie kennenlernen kannst oder Du zumindest von ihr persönlich bestätigen lassen kannst, dass sie bescheid weiss. Und selbstverständlich solltest Du nicht vergessen ihr eine Einladung für die Hochzeit zukommen zulassen.

Gutes gelingen, liebe Schwester!

Ich möchte einen gläubigen Ehepartner, aber…

Die Ehe-thematisierenden Status-Meldungen, Bilder, Kommentare und Artikel bekommen in unserer Zeit die maximale Aufmerksamkeit und Likes in den Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram und der gleichen. Höchstwarscheinlich liegt es daran, dass fast alle jungen und auch alten Menschen ihre Emotionen, Beobachtungen sowie ihre schönen, schmerzhaften, hoffnungsvollen und/oder frustrierenden Erfahrungen bei diesem Thema haben. Dieses Thema scheint wirklich unter die Haut zu gehen und unser Interesse anzuziehen – Frauen und Männer gleichermaßen. Und nicht selten kann man beobachten wie Menschen ihre ganz eigenen, persönlichen Geschichten über Glück, Liebe und manchmal auch bittere Enttäuschung öffentlich teilen und manchmal geht das sogar soweit, dass selbst die Namen der Beteiligten öffentlich in den sozialen Medien verbreitet werden und damit in die ganze Welt.

Zweifellos ist die Ehe eine große und entscheidende Angelegenheit im Leben eines Muslims, welches von beiden Seiten betrachtet werden kann: Vom Standpunkt der Ernsthaftigkeit und vom Standpunkt des lockeren Spaßes. Wie man mit dem Thema umgeht hängt maßgeblich vom Alter, der Reife und Lebenseinstellung der Person ab.

„Ich möchte einen rechtschaffenen Ehepartner, aber…”, ist eine Einstellung, welche viele praktizierende Muslime einmal im Leben durchmachen. Dieses Dilemma, welches mit dieser Phrase oftmals eingeleitet wird, ist ein entsprechend häufig besprochenes Thema bei religiösen und sozialen Versammlungen in der muslimischen Gemeinde. Auf der einen Seite ist nahezu allen muslimischen Männern die bekannte Überlieferung des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) bekannt:

„Eine Frau wird aus vier (Gründen) geheiratet: Wegen ihres Wohlstandes, wegen ihrer Abstammung, wegen ihrer Schönheit oder wegen ihres Glaubens. Versuche eine wegen ihres Glaubens zu bekommen, so wirst du gesegnet sein.” (Hadithsammlung Muslim, Bukhari)

Und doch sind es nur wenige, die gewillt sind, sich hiernach zu richten.

Manche unserer religiösen Brüder warten darauf, dass sie zufällig auf eine Art leuchtende Märchenprinzessin in Abaya treffen. Dies liegt wohl daran, dass wie religiös Männer auch aussehen mögen, es nur wenige Männer gibt, die bei Alter und Aussehen bereit sind tatsächlich Abstriche zu machen. Auf der anderen Seite sind sie, jedoch, oftmals bereit Abstriche bei Religiösität, Wohlstand und Charakter zu machen.

Dieser Trend zeigt uns ganz deutlich einen anderen Teil unseres Inneren. Wir alle hören, lesen und sprechen immer wieder über den oben erwähnten Hadith, aber wie ernst ist es uns damit? Oftmals werden potenzielle Ehepartner abgelehnt mit dem Verweis auf fehlende charakterliche Kompabilität, aber der wahre Grund der Ablehnung ist etwas anderes.

Aber auch die Mentalität unter den Frauen in unserer Gesellschaft ist nicht anders. Auch sie tun das Gleiche, wenn es um die Wahl eines Ehepartners geht. Obwohl sie vielleicht eine religiöse Bildung genossen haben, sich islamisch kleiden und genau wie ihre Eltern sagen, dass sie einen rechtschaffenen Ehepartner möchten, sind es nur wenige, die wirklich dementsprechend handeln. Denn sobald ein Anwärter kommt, der z.B. von einer nicht prestige-reichen Familie kommt, dafür aber eine gute Religiösität und einen vorzüglichen Charakter besitzt, folgt auf den geäußerten Wunsch nach einem rechtschaffenen Ehepartner eine lange Liste mit “abers”. Und das obwohl auch den Frauen der folgende Hadith durchaus bekannt ist:

„Wenn einer zu euch kommt und heiraten möchte, wobei ihr mit seinem Dîn und Charakter zufrieden seid, dann verheiratet (eure Tochter mit) ihm; andernfalls wird sich Zwietracht und eine große Zerstörung auf der Erde verbreiten.“ (Hadithsammlung Tirmidhî)

Doch nur wenige Schwestern sind bereit danach zu handeln.

Frauen bevorzugen Männer aus Industrienationen, mit mehreren Universitätsabschlüssen, einem Ferrari und einem dick gepolsterten Bankkonto. Ist das an und für sich etwas schlechtes? Nein. Aber wenn diese Dinge bei Dir Priorität haben und es bei Dir zur Ablehnung von diversen guten Anträgen führt, dann hast Du ein Problem. Denn oft hat sich gezeigt, dass Frauen nach Jahren des vergeblichen Wartens auf den Märchenprinzen mit Reue zurückschauen auf die guten, frommen Anwärter, die sie in ihrer damaligen Ignoranz ablehnten.

Bedenkt die Geschichte eines der edelsten Propheten. Musa (Allahs Friede auf Ihm) hätte nie die Tochter des Mannes heiraten können, der ihm schließlich auch Arbeit bot, wenn der Vater der Frau den Besitz von Musa (Allahs Friede auf Ihm) zum Maßstab genommen hätte. Denn Musa (Allahs Friede auf Ihm) konnte weder mit großen Besitztümern trumpfen noch war zu dem Zeitpunkt zum Prophetentum aufgerufen worden. Er war nur ein ehrlicher und anständiger Mann und hatte nichts außer seinem Charakter vorzuweisen. Doch der Mensch mit Weisheit erkennt, dass genau das der wahre Besitz eines Mesnchen ist, und das einzige entscheidende Kriterium für die Wahl eines Schwiegersohns bzw. eines Ehepartners.

Die Ursachen dafür, dass erst sehr spät geheiratet wird oder dass Ehen letztlich nach der Trauung große Schwierigkeiten haben, liegen oft in uns selbst – nämlich in unseren unrealistischen Phantasie-Welt-Vortsellungen und viel zu hohen Ansprüchen. Die Wahrheit ist, dass wir befanden sind in einem materialistischen und oberflächlichen Denken. Und es scheint, dass dieses Denken uns nicht verlässt, trotz der Hadithe und den imponierenden Geschichten der Sahaba und ihren Ehen.

Frage Dich selbst, wie Du handeln würdest, wenn Du heute einen Antrag bekämest, der religiös betrachtet vielversprechend ist, aber mit den weltlichen Angelegenheit etwas zu ringen hat. Würdest Du den Antrag annehmen oder Dich abwenden? Am Ende des Tages bleibt die Frage der Priorität. Was ist Dir wirklich wichtig im Leben und entsprechend solltest Du Deinen Ehepartner wählen! Sei weise.

Nikah-Ehevertrag: Mündlich oder schriftlich?

Frage:

Kann der Ehevertrag mündlich geschlossen werden oder ist es notwendig ihn schriftlich zu machen?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Verträge und Vereinbarungen, die Menschen untereinander schließen, zu verschriftlichen ist eine Form der Formalisierung, aber es ist keine notwendige Bedingung für die Gültigkeit des Vertrags. Der Ehevertrag kann mündlich geschlossen werden, indem es ein Angebot durch den Wali oder Vormund der Braut (z.B. „Ich verheirate meine Tochter mit Dir”) und auf der Seite des Bräutigams die Annahme/Akzeptanz (z.B. “Ich akzeptiere”) gegeben ist. Dies niederzuschreiben ist keine Bedinung, aber dient dazu den Vertrag zu dokumentieren und bestätigen, was gerade in der heutigen Zeit eine nützliche Sache ist. Und Allah ist die Quelle der Hilfe.

(Weitere Informationen: Dieses Rechtsgutachten behandelt nur die Frage der Gültigkeit eines mündlich geschlossenen Ehevertrags. Auf unserer Website finden Sie auch einen Artikel, der alle notwendigen Bedingungen für die Gültigkeit einer Nikah behandelt.)

Quelle: Islamisches Rechtsgutachten der Fatwa-Website Islamqa.info vom Rechtsgelehrten Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid

6 Fehler, die nahezu jede Muslima auf dem Weg zur Ehe macht

  1. Einsamkeit, Frustration und Demotivation – Viele junge muslimische Frauen auf der Suche nach einem Ehepartner plagen diese Gefühle. Nicht wenige haben sogar jede Hoffnung verloren je die Liebe, Geborgenheit und Partnerschaft einer erfüllten Ehe zu finden.

Und bevor hier ein ellenlanger Jammer-Text entsteht, welcher der bösen Gesellschaft, dem engstirnigen Gemeinden oder auch den doofen Männern die Schuld zuschreibt möchte ich hier lieber über ein paar Punkte sprechen, durch welche die Schwestern aktiv etwas an Ihrer Situation verbessern können und damit Ihre Chance auf den idealen Partner für’s Leben.

Die folgenden Punkte beschreiben die 6 häufigsten Stolpersteine auf dem Weg einer Muslima in eine Ehe:

1. Problem: Eine Negative Einstellung – Es gibt dort draußen niemanden für mich

Es ist verblüffend welchen Einfluss unsere Gedanken auf unser Leben haben. Viele Schwestern belasten sich mit Glaubenssätzen wie “alle guten sind bereits vergeben” oder “ich bin nicht liebenswert” oder auch “ich werden niemals jemanden finden, der zu mir passt” und dadurch, dass Sie fest von diesen Sätzen überzeugt und dadurch vorprogrammiert sind, generieren Sie eine Wahrnehmung der Welt, die all diese Vorurteile bestätigt. Sie setzen voraus, dass es unmöglich für Sie ist einen Partner zu finden und damit suchen Sie nur noch nach Bestätigungen, die diesen Glaubenssatz bestärken. Damit werden diese Sätze zu selbsterfüllenden-Prophezeiungen. Diese Einstellung hat wiederum zur Folge, dass sich tatsächlich keine Möglichkeit in der Realität eribt einen Ehepartner zu finden. Nicht weil es diesen potenziellen Ehepartner da draußen nicht gibt, der genau auf eine Schwester wie dich wartet, sondern weil deine negative Einstellung dir von vornherein sagt, dass jede Bemühung einen Partner zu finden sowieso vergebens ist  oder wenn du mal auf einen potenziellen Ehepartner triffst du wieder nur nach Fehlern suchst, die deinem Glaubenssatz “oh nein, schon wieder so einer” entsprechen. Entweder kommt es also nie zu einem Treffen oder du übersiehst jede interessante Eigenschaft an deinen Anwärtern, da du Sie dir ja bereits im Vorfeld schlechtgeredet hast. Die Lösung dieses Dilemmas ist, dass du positiv denkst und die Hoffnung auf Allah setzt, das Beste erhoffst und alles in deine Möglichkeit stehende tust.

2. Problem: Zu sehr in der Vergangenheit leben

Damit Du bereit bist für eine Glückliche Ehe und  für eine Beziehung zu einem Menschen musst Du dich erst noch vom Balast der Vergangenheit befreien. Dies ist natürlich ein weites Feld und kann von Person zu Person in der schwere variieren. Auch die Lösungsansätze gehen von Aufarbeitung durch einfaches Nachsinnen über Vergebung bis hin zu einer Therapie bei einem Therapeuten. Dies erfordert oftmals viel Kraft , aber es ist sie defintiv Wert, damit Du dein Herz öffnen kannst für die richtige Person.

3. Problem: Unsicherheit

Vielen Schwestern ist es eigentlich gar nicht klar, was Sie eigentlich möchten. Viele junge Musliminnen schweben irgendwo zwischen Ihren Karrierezielen, Ihrem Wunsch nach einer ehelichen Partnerschaft, der Angst vor Veränderung und dem bequemen Status Quo. Und in dieser Unentschlossenheit liegt ihr eigentliches Problem. Die Lösung dieses Problems liegt darin, dass sich jede Schwester eine realistische Vorstellung Ihrer eigenen Zukunft machen sollte und Ihre kurzfristigen und langfristigen Ziele formulieren sollte. Dabei sollte auch bedacht werden, wo die Prioritäten liegen und wo man zu Kompromissen bereit ist. Ebenfalls sollte man eine klare und realistische Vision von den Eigenschaften des Wunschpartners haben. Wenn du nicht weisst, was du suchst oder wohin du willst, ist es unmöglich einen potenziellen “Mr. Right” überhaupt zu erkennen oder von Ihm erkannt zu werden, selbst dann nicht, wenn Ihr euch gegenüber stehen würdet und das führt uns auch zu unseren nächsten beiden Punkten.

4. Das Märchen vom Traumprinzen

Vergesst schleunigst das  Märchen vom Traumprinzen, der auf einem weissen Pferd angeritten kommt, um euch auf sein Traumschloss zu bringen. Der wird niemals kommen, denn es gibt Ihn garnicht. Wer auf den Traummann wartet, wartet in der Regel lange. Die Wahrheit ist, dass die allermeissten Menschen sogar niemals auf Ihn treffen, denn oft schätzt man eine Person erst richtig, wenn man mit Ihm durch die Höhen und Tiefen des Lebens gegangen ist. Die Lösung: Dies soll alles andere als ein Apell sein sich mit dem Erstbesten zufrieden zugeben. Im Gegenteil! Macht euch klar, worauf es wirklich ankommt bei eurem zukünftigen Ehepartner. Welche Qualitäten sollte er haben, welche Eigenschaften muss er haben. Sind euch vielleicht sein Charakter und eine mit eurer eigenen übereinstimmenden Einstellung wichtiger als Körpergröße und Augenfarbe?

5. Problem: Keine Zeit für die Liebe

Viele Schwestern sind in Ihrem Alltag so in Ihrem Beruf, der Familie, den Freunden usw. eingebunden und beschäftigt, dass dort überhaupt kein Platz für eine neue Person ist. Die Frage, die sich jede Frau stellen sollte, ist: Möchte ich wirklich heiraten und damit auch in Kauf nehmen, dass sich mein Leben durch eine Ehe womöglich erheblich verändert. Die Lösung des Problems: Die Schwestern müssen auch hier Prioritäten setzen und schauen was Ihnen wichtig ist und aussortieren, was überflüssig ist, um Platz in Ihrem Leben für einen Partner zu schaffen.

6. Problem: Isolation

Eine Schwester hatte bekannt, dass Sie buchstäblich seit Jahren keine sozialen Kontakte mehr gepflegt hat (bis auf Ihren engsten Familienkreis) und jedes gesellschaftliche Ereignis tunlichst gemieden hatte. Dabei brach Sie fast in Tränen aus, als Sie bemerkte, dass Sie die Religion nur als Vorwand nahm und in Wahrheit es lediglich Ihre Angst war, die Ihr im Wege stand. Dies mag sicherlich ein Extremfall gewesen sein, dennoch isolieren sich sehr viele muslimische Schwestern und beschweren sich gleichzeitig, dass sich Ihnen niemals jemand passendes vorstellt. Die Lösung:  Seid offen und pflegt eure sozialen Kontakte. Gerade verheiratete Frauen in eurem Alter sind meisst gute Ansprechpartner, denn Ihre Ehemänner haben meistens 2 oder 3 unverheiratete Freunde, die ebenfalls auf der Suche nach dem richtigen Ehepartner sind. Dies ist kein Aufruf in Einkaufszentren oder auf irgendwelchen Parties oder auf die Pirsch zu gehen. Viel mehr sind damit die guten Treffen in den Moscheegemeinden, Familienfeiern und gute Freundinnen gemeint, damit man im Gespräch bleibt und nicht vergessen wird, wenn mal wieder ein junger Bruder heiraten möchte. Ebenfalls ist ein Portal wie www.HalbeDin.de natürlich eine super Gelegenheit auf Menschen zu treffen, die genau wie Ihr heiraten möchten. Sucht also nach guten Möglichkeiten, wo Ihr direkt oder indirekt auf tugendhafte Art für euch werben könnt, damit Ihr den richtigen Mann findet.

Ein liebevoller, rechtschaffener Ehepartner in einer erfüllten Ehe kann das eigene Leben auf eine Art und Weise bereichern wie es nur wenige Dinge auf dieser Welt vermögen. Die Ehe, die reine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, ist eine der großen Gnaden, die Allah dem Menschen in dieser Welt zu Teil werden lies. Und – inshAllah – wirst auch du diese Erfahrung machen.

Der erste Schritt zu so einer Ehe ist eine tiefe, aufrichtige und ehrliche Selbstreflektion und überprüfe eingehend welche dieser Fehler auf dich zutreffen. Der nächste Schritt wäre, dass du dir selbst vergibst und zurück ins Spiel findest.

Letztlich und Abschließend liegt unser Schicksal und unsere Zukunft einzig und allein in Allahs Hand und ohne seine Gnade werden wir nie erfolgreich heiraten. Deswegen solltet Ihr sofort mit dem ersten Schritt beginnen: Sprecht ein Bittgebet zu Allah.

Das islamische Verbot der Zwangsehe – Und die Partnersuche bei Muslimen

Immer wieder hört man von tragischen Fällen von Zwangsheirat. Zahlreiche Zeitungsartikel, Reportagen, Spielfilme und Romane beschreiben eindrucksvoll den Leidensweg von Frauen, die ohne ihre Einwilligung verheiratet wurden. Und da diese Geschichten in den Zeitungen und TV-Reportagen meist von jungen Musliminen berichten, könnte der Eindruck entstehen, dass die Zwangsehe ihren Urspung in der islamischen Lehre hat –  genau wie das Gebet und das Fasten auch. Dieser Artikel behandelt genau dieses Thema: Gehört die Zwangsehe zum Islam?

Die Zwangsehe ist kein speziell muslimisches Phänomen

Zu allererst sollte bedacht werden, dass die Zwangsehe keineswegs ein Monopol der Muslime ist. So berichtet etwa Amnesty International unter Berufung auf die Frauenrechtorganisation Terre de Femme von der Praxis der Zwangsverheiratung aus christlichen Ländern wie Griechenland und Italien, aber auch aus dem hinduitischen Kulturkreis in Sri Lanka und Indien, aber wiederum auch aus bhuddistischen und sogar unreligiösen Ländern wie  China oder Vietnam [1]. Es ist weitgehend bekannt, dass bis ins frühe 20. Jahrhundert Zwangsehen sogar noch im christlich geprägten, westeuropäischen Deutschland üblich waren. Alles in allem ist also festzustellen, dass die Praxis der Zweingsheirat sich also weder auf eine Region noch auf eine Kultur oder gar eine Religion beschränken lässt. Viel mehr extistiert Sie auf allen Erdteilen und in fast allen Kulturen dieser Welt. Es ist also defintiv ein globales, kulturen übergreifendes Phänomen und absolut kein speziell islamisches.
Auch wenn die Zwangsehe kein auschließliches Phänomen unter Muslimen darstellt, bleibt dennoch die Frage, wie der Islam gegenüber der Zwangsehe steht. Lässt sich vielleicht eine Rechtfertigung für die Zwangsehe aus dem Islam ableiten oder empfiehlt der Islam sogar die Zwangsverheiratung?

Die Ehe im Islam

Das Gegenteil ist wahr. Es ist nicht nur so, dass der Islam die Zwangsverheiratung verbietet sondern dass die Zwangsehe im krassen Gegensatz zum koranischen Konzept der ehelichen Beziehung steht.

So heisst es im Koran über die Ehe:

„Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.”[2]

Als Zwangsehe bezeichnet man eine Ehe bei der ein Mann oder eine Frau ohne Ihre eigene Zustimmung zur Ehe mit einer Person gezwungen wird. Die Mittel des Zwangs reichen von emontionaler Erpressung, über Nötigung und Bedrohung bis hin zu körperlicher Gewalt. Diese Praxis widerspricht dem Islam diametral, ist Unterdrückung und Missbrauch und steht damit, wie bereits erwähnt, konträr dem Konzept der islamischen Ehe entegen. Und dies ist keine neuzeitliche Verklärung eines weichgespülten modernen Islams, sondern ein seit je her so verstandenes Prinzip im orthodoxen Islam. So stellte der im 14. Jahrundert christlicher Zeitrechung lebende Großgelehrte Ibn Taymiyyah in einem islamischen Rechtsgutachten (arabisch: Fatwa) zusammenfassend fest:

“Eine Frau zu einer Ehe zu zwingen, widerspricht komplett dem Sinn einer Heirat. Allah möchte Liebe und Mitgefühl zwischen dem Ehepaar. Wie können diese entstehen wenn sie [die Ehefrau] Ihn hasst und nicht mag? Welche Art von Liebe und Zuneigung sollen in so einem Fall schon entstehen? […] So hat eine Frau vielmehr ein Recht darauf, eine Ehe mit jemandem abzulehnen, den sie nicht will” [3]

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf Ihm) selbst annulierte eine Zwangsehe und verbat sie

Es sind uns zwahlreiche Überlieferungen aus der Zeit des Propheten bekannt, die uns ganz klar zeigen wie der Prophet Mohammed (Allahs Segen und Friede auf Ihm), dessen Leben nach dem Koran die zweite Quelle des islamischen Rechts darstellt und für die Muslime ein Vorbild ist, mit Zwangsehen umgegangen ist.
So kam eines Tages eine geschiedene Frau Namens Khanza Bint Khidam zum Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf Ihm) und beklagte sich bei Ihm darüber, dass Ihr Vater Sie ohne Ihre Einwilligung verheiratet hätte, worauf der Prophet (Allahs Friede und Segen auf Ihm ) die Ehe für ungültig erklärte.[4] In einem anderen Fall wurde auch eine Frau verheiratet ohne Ihre Zustimmung einzuholen und der Prophet (Allahs Segen und Friede auf Ihm) gab Ihr die Wahl der Ehe einzuwilligen oder Sie annulieren zu lassen.[5] Wiederum in einer anderen berühmten Überlieferung heisst es, dass Prophet  (Allahs Segen und Friede auf Ihm) sagte:

»Eine bereits einmal verheiratete Frau (geschieden oder verwitwet) darf nur verheiratet werden, wenn dies mit ihr besprochen wurde. Und eine Jungfrau darf nur verheiratet werden, wenn sie der Heirat zustimmt.«[6]

Die Überlieferungen zu diesem Thema sind zahlreich und eindeutig: Der Islam verbietet es absolut eine Frau gegen Ihren Willen zu verheiraten. Es ist eine notwendige Bedingung die Zustimmung der Frau zu haben und der Prophet Mohammed (Allahs Segen und Frieden auf Ihm) hat die Zwangsehe ausdrücklich und explizit verboten.
Aus diesem Grund ist Zwangsehe in den islamischen Ländern auch ein extrem seltenes Phänomen, welches nicht von den Gelehrten toleriert wird. Viel mehr existiert es meist nur in den ungebildeten Schichten, welche bei solchen Praktiken und Bräuchen eher auf ihre dörfliche Kultur fokussiert sind. Auch in der Diaspora wird die Zwangsehe meist von Muslimen praktiziert, die zwar nominell Muslime sind, aber die Religion nicht oder nur kaum praktizieren und eher türkisch nationalistisch, als religiös geprägt sind. Aber auch hier betrifft das eher die erste Einwanderer Generation und weniger bis fast gar nicht die zweite und dritte Generation der muslimischen Einwanderer.
Doch stellt sich dann noch die Frage: Wie lernt ein Muslim dann seinen Ehepartner kennen und entscheidet sich dann für oder gegen Ihn?

Der traditionelle Weg: Die arrangierte Ehe

Die arrangierte Ehe ist die kulturelle Norm im größten Teil des islamischen Welt. Heiratswillige Männer und Frauen lernen Ihren zukünftigen Ehepartner in aller Regel durch Familie und Freunde kennen. Da der islamischen Kultur das “Dating” im europäischen Sinne unbekannt und eigentlich gänzlich fremd ist, suchen die meisten muslime Ihr Eheglück dementsprechend in arrangierten Ehen. Die Erwartung ist, dass bei gegenseitiger Sympathie zwischen den Hereitswilligen die Liebe im Laufe der Ehe gedeiht und wächst. Bevor, jedoch, überhaupt nach einem potenziellen Ehepartner Ausschau gehalten wird, entscheidet die Familie als Einheit über den Charakter und die Eigenschaften, die der zukünftige Ehepartner mitbringen sollte, damit das Paar später zusammen ein erfüllendes Eheleben hat.
Der Zeitraum in dem sich das potenzielle Ehepaar kennenlernen dürfen, um zu entscheiden ob Sie die Ehe miteinander eingehen möchten, variiert von Kultur zu Kultur und Familie zu Familie. Nach dem ersten Kennenlernen mit den Familien wird dem potenziellen Paar die Möglichkeit gegeben sich zu treffen und sich näher kennenzulernen, wobei ein dritter Familienangehöriger mit einem gewissen Abstand das Treffen begleitet. Manche erlauben dem angehenden Ehepaar auch miteinander zu telefonieren oder einander zu mailen. Wieder andere Familien ermuntern zu Unternehmungen – natürlich in Begleitung Familienangehöriger. Menschen finden so zueinander über die Familie, Leute aus der Gemeinde, Freunde und Bekannte, dem Imam der lokalen Moschee, muslimische Partnervermittlungen oder auch Online Heiratsbörsen wie “Halalpartner.de” mit dem Ziel der Ehe. Da die Ehe an sich nicht von anderen arrangiert wird, sondern sowohl Mann als auch Frau letztendlich für sich selbst entscheiden mit wem sie die Ehe eingehen, wäre der bessere Ausdruck vielleicht “arrangiertes Kennenlernen”.
Da Paare in arrangierten Ehen durch Familie, Freunde und die lokale Gemeinde zueinanderfinden, sehen Sie Ihre Beziehung als Teil eines größeren Ganzen und sehen ihre Ehe nicht isoliert lediglich als Beziehung zwischen ihnen selbst und Ihrem Ehepartner. Viele Paare haben äußerst glückliche arrangierte Ehen. Selbst glückliche Ehen in denen Mann und Frau sich erst einen Tag vor der Eheschließung kennegelernt haben sind keine Seltenheit.
Auch das Vorurteil, dass man erst verschiedene Partner ausprobieren müsste, um dann irgendwann endlich “den” oder “die Richtige” zu finden und ihn dann irgendwann zu heiraten, ist nicht Wasserfest. Statistiken zeigen, dass arrangierte Ehen im Schnitt stabiler sind und länger (oft für immer) halten. Aber genau wie viele nicht-arrangierte Ehen funktioniert auch nicht jede arrangierte Ehe. Und das hat verschiedene Gründe. Doch dazu bedürfte es vielleich eines weiteren Artikels.

www.halalpartner.de – Die halal Heiratsbörse

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[1] http://www.amnesty-frauen.de/Main/Zwangsheirat
[2] Die ungefähre Bedeutung des Korans von Abdullah Frank Bubenheim, Sure 30:Vers 21
[3] Ibn Taymiyyah, Majmoo‘ al-Fataawa, 32/25
[4] Auszüge aus Sahih Al-Bucharyy, Islamische Bibliothek; Hadith Nr. 5138
[5] Hadithsammlung Sunan Ibn Majah, Hadith-Nr.1874
[6] Sahih Al-Bucharyy, Hadith Nr. 4843