10 Tips für Muslime, die ein Kind erwarten

Die Aufregenden Neuigkeiten sind kaum durchgesickert und schon beginnt das vor Wonne überwältigte muslimische Ehepaar mit Planungen und Vorbereitungen für die bevorstehende Ankunft ihres kleinen Bündels purer Glückseligkeit: Der Nachwuchs. Obwohl der Grad der Aufgeregtheit und Nervosität maßgeblich davon abhängt, ob es das erste Kind ist oder ob es bereits eine von mehreren Schwangerschaften ist, ist es dennoch unweigerlich immer eine enthusiastische Zeit, wenn ein Paar ein neues Kind und damit eine neue elterliche Reise erwartet.

Schon seit Urzeiten gebähren Frauen erfolgreich. Jeder Mensch auf dieser Welt beweist, dass es einmal eine Mama gab, die vor langer Zeit ihn trug und nach 9 Monaten voller Phasen der Schwierigkeiten und Schwäche schließlich gebar.

„Und Wir haben dem Menschen seine Eltern anbefohlen – seine Mutter hat ihn unter wiederholter Schwäche getragen, und seine Entwöhnung (erfolgt) innerhalb von zwei Jahren –: „Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist der Ausgang.““ [Sure 31:14]

Und dennoch: Wenn eine Frau sich auf diese Reise begibt, auch wenn es nicht ihr erstes mal ist, wird sie überwältigt von einem Wechselbad sich manchmal widersprechender Gefühle – Euphorie, Angst, Hoffnung, Verzweiflung, Freude, Sorge, Aufregung und Unsicherheit… um nur ein paar zu nennen.

Diese neue Entwicklung fordert von den erwartenden Muslimen eine höhere Ebene der „Taqwa“ (Gottesfurcht) und volkommenes, unerschütterliches Tawakkul (Gottesvertrauen). In diesem Artikel sollt Ihr mit der Erfahrung einer Mutter,die diese Reise bereits einige Male hinter sich gebracht hat, vorbereitet werden:

1. Ratschlag: Wisse, Du bist nicht die einzige, der das Angst macht!

Wenn Du dich dabei ertappst wie Du unentwegt Dir vorstellst wie schwierig die Geburt werden könnte und wie schwierig es sein wird für ein Baby zu sorgen, dann sei ganz beruhigt und wisse, dass alle Frauen, die ein Kind erwarten, genau die gleichen Gedanken und Gefühle befallen. Niemand wird als „die perfekte Mutter“ geboren. Tatsächlich gibt es „die perfekte Mutter“ garnicht. Jede Mutter, die jemals gelebt hat, machte Fehler und lernte aus eben diesen Fehlern. Die meisten hatten ziemlich miese Tage wärend ihrer Schwangerschaften und Übelkeit oder körperliche Schmerzen sie zum Weinen brachte; wenn ihre Füße im 9. Monat der Schwangerschaft anschwollen und das Stehen oder Gehen zum Alptraum wurde; wenn Sie die abscheulichsten Dinge sagte wärend eine Stimmungsschwankung, oder wenn sie das Gefühl überwältigte die Schwierigkeiten des Mutterwerdens nicht durchstehen zu können. Du bist nicht allein!

2. Ratschlag: Bitte um Vergebung

Erwartende Mütter fühlen sich schuldig wegen Ihres häufigen Klagens über Schmerzen, Ermüdung und Schwäche. Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie mürrisch sind wegen ihrer fehlenden Stärke; weil sie sich über den Umstand beklagen nicht ihren Interessen und Hobbies nachgehen zu können. Und sie fühlen sich schuldig, dass sie die Angst vor der Zukunft überwältigt. Sie fühlen sich schuldig, denn innerlich wissen sie, dass Sie von Allah gesegnet wurden, indem Allah ihnen eine Kind schenkte mit einer sich gut entwickelnden Schwangerschaft. Sie wissen, dass es Millionen Frauen gibt, die nicht empfangen können und die ein Arm und ein Bein dafür geben würden in ihrer Position zu sein – und dennoch können sie sich dem nicht entziehen sich manchmal hoffnungslos, einsam, weinerlich und gänzlich miserabel zu fühlen.
Sei Dir darüber im Klaren, dass Dein Körper gerade die größtmögliche Veränderung durchmacht – eine derartige Veränderung beinhaltet sowohl körperliche Umwälzungen als auch psychische: viel weinen, sorgen und jammern. Aber es gibt eine sehr effektive Art mit den damit verbundenen Schuldgefühlen umzugehen: Bitte Allah täglich um Vergebung (Istighfar und Tauba). Denn dadurch wird alles schlechte von Allah vergeben. Denke daran dies zu Deiner regelmäßigen Praxis zu machen durch die ganze Schwangerschaft hinweg. Lerne bestimmte Bittgebete der Vergebung und rezitiere sie viele male am Tag. Das ist ein starkes Mittel, um Allahs Wohlgefallen zu erreichen.

3. Ratschlag: Danke Allah

Mit einem Kind gesegnet worden zu sein ist wahrlich etwas für das wir dankbar sein sollten. Erinnere Dich selbst daran, dass Du gesegnet bist. Denn zu wissen, dass man fruchtbar ist, ist ein sehr positives, aufwertendes Gefühl für eine Frau. Erinnere Dich an die gefühlte Kränkung und Enttäuschung der unzähligen Frauen, die trotz langjähriger Ehe kein Kind empfangen oder gar gänzlich unfruchtbar sind. Der Schmerz dieser Frauen ist psychisch und emotional eine größere Herausforderung als ein paar Monate Schmerz, Schwäche und Übelkeit.
Sogar wenn Deine Schwangerschaft „ungeplant“ oder „unerwartet“ war – zwinge Dich dazu Allah zu danken für diese Gnade, denn ein frommes Kind ist eine der größten Quellen den Lohn Allahs noch zu vermehren, nachdem er diese Welt verlässt (z.B. durch die Bittgebete Deines Kindes für Dich). Ferner schaue ein wenig über den Tellerrand Deiner aktuellen Situation hinaus, indem Du zum Beispiel denkst: „In ein paar Jahren werde ich nichtmal mehr an diese Schmerzen und die Übelkeit denken, aber dafür – insha’Allah – die Gesellschaft meines wunderschönen Kindes genießen.“ Also, remember that pious offspring is one of the major sources of continuous rewards for a Muslim even after death.

4. Ratschlag: Bilde Dich und bereite Dich vor

Erlange Wissen über Schwangerschaft und die Geburt. Dabei solltest Du nicht nur über die islamischen Richtlinien den Fiqh lernen, sondern auch medizinisches Wissen, was sich in Deinem Körper genau abspielt. Ebenfalls kannst Du Dich über die Entwicklung eines Kindes im ersten Lebensjahr informieren. Im Internet zu lesen ist, wenn man keine guten Bücher zur Hand hat, ein sehr effizienter Weg, um sich auf diesen Gebieten einführend zu bilden, unter der Voraussetzung, dass Du weise genug bist zwischen seriösen Fakten und useriösen Mythen unterscheiden zu können.

5. Ratschlag: Mache Dein Kind mit dem Koran vertraut

Wenn der Fötus voll gebildet ist, genau nach dem der 3. Schwangerschaftsmonat vollendet wurde, kann es bereits Geräusche von außerhalb des Körpers der Mutter warnehmen. Wärend Dein Baby in dir ist, erkennt und gewöhnt es sich vornehmlich an Deine Stimme. Das ist der Zeitpunkt bei denen medizinische Berater den erwartenden Eltern raten mit ihren Kindern zu sprechen als würde es bereits munter vor ihnen liegen. Das Baby erkennt sehr schnell die Stimmen von Menschen, die es oft hört – allen voran die der Mutter.
Nutze dieses exklusive, enge Verhältnis mit deinem ungeborenen Baby, welches verloren gehen wird sobald Deine Schwangerschaft vorüber ist. Rezitiere den Koran mit schöner Stimme und nimm Dir täglich Zeit dafür bis zum Tag der Geburt. Sobald der 4. Monat Deiner Schwangerschaft beginnt wird Dein Baby jedes einzelne Deiner gesprochenen Worte hören. Wenn eine Mutter spricht, wandern die akkustischen Schallwellen ihrer Stimme zum Baby, also stell Dir vor welch großartigen Effekt die melodische, sanfte Rezitation des Korans auf deinen Fötus haben würde. Teile Dir die Rezitaion so ein, dass Dein Kind den ganzen Koran von Deiner Stimme rezitiert hört vor der Austragung.
Zusätzlich solltest Du das Bittgebet (Dua) rezitieren, welches die Mutter of Maryam Bint `Imran (die Mutter von Isa [Aleyhi Salam]) machte als sie ihr Kind erwartete:

„Mein Herr, ich gelobe Dir, was in meinem Mutterleib ist, für Deinen Dienst freigestellt. So nimm (es) von mir an! Du bist ja der Allhörende und Allwissende.“ [Sure 3:35]

Mit dieser Dua kannst Du täglich deine Absicht erneuern, dass dieses Kind ein frommer Diener Allahs sein soll, welches sein Leben dem Dienste Allahs widmen wird. Du wirst erstaunliche Resultate sehen, wenn Du Dein Kind wärend der Schwangerschaft dem Dienste Allahs widmest sobald es sicher ausgetragen wurde und anfängt zu wachsen. Dieses Kind wird eine angeborene, besondere Liebe zum Koran und die Anbetung Allahs bereits von einem sehr frühen Kindheitsstadium entwickeln – inshaAllah!

6. Ratschlag: Sei geduldig

Der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

“[…]die Frau, die während der Schwangerschaft stirbt ist eine Märtyrerin.“ [Hadithsammlung Ahmad]

Dies bedeutet zwangsläufig, dass Du wärend Deiner Schwangerschaft einem Kämpfer oder Arbeiter auf Allahs Weg ähnelst. Stell Dir das vor! Du bringst ein Leben auf diese Welt! Aber nicht nur eins. Aus Deinem Kind wird wieder Nachkommeschaft hervorgehen und so legst Du gerade den Grundstein für viele weitere Generationen Deiner Nachfahren, inshaAllah.
Die Schwierigkeit, die Du gerade erlebst, ist verbunden mit der enormen Bedeutung der Aufgabe, die Dir als Mutter auferlegt wurde – das gebären neuen Lebens und damit indirekt das Leben der gesamten nachfolgenden Menschheit! Kein wunder, dass Dich Angst, emotionale Aufruhr, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, ständige Übelkeit, Aufgeblähtsein und in der letzteren Phase auch hemmende Unbeweglichkeit plagt.
Geduldig zu sein bedeutet zu versuchen keine üblen und negativen Dinge zu sagen. Nicht zusammenzubrechen und das Leben der anderen nicht negativ zu beeinflussen, und die Anbetung und der Gehorsamkeit gegenüber Allah aufrecht zu erhalten, trotz der schwierigen Umstände.

7. Ratschlag: Lass Dich beraten

Die Wichtigkeit von schwesterlicher moralischer Unterstützung und Beratung darf nicht unterschätzt werden. Eine erwartende Mutter bringt es sehr viel von den vergangenen Schwangerschaften und Erfahrungen von Freunden und Verwandten zu hören und verbessert ihr Gefühl ungemein. Jedoch ist es sehr wichtig, wenn man mit anderen Frauen spricht und sich beraten lässt, seine persönliche Einzigartigkeit nicht gänzlich ausser Acht zu lassen. Allah hat Dich als einzigartiges Wesen geschaffen, und das bedeutet, dass nicht alles, was für jemand anderen sehr gut klappte, genau so gut bei Dir funktioniert.
Außerdem kann Dir jede Frau, die bereits mehrere male Schwanger war darüber berichten, wie jede Schwangerschaft mit einem neuen Baby sich anders anfühlt. Wenn Du schwer zu kämfen hattest mit Übelkeit und Erbrechen mit deinem Ersten Kind im Bauch, ist es möglich, dass bei Deiner zweiten Schwangerschaft starke Rückenschmerzen und ständige Müdigkeit die größten Herausforderungen darstellen. Letztlich ist es immer ein Weg zwischen Versuch und Irrtum, welche jede Mutter wärend der Schwangerschaft gehen muss und Du solltest das auch tun, um zu sehen, was Dir gut tut und hilft durch die Schwangerschaft zu kommen.

8. Ratschlag: Folge Deiner Intuition

Allah leitet seine rechtschaffenen Diener manchmal, indem er sie inspiriert etwas zu tun: Es kann sein, dass Allah Dir eine Idee oder einen Gedanken in Dein Herz legt oder dass Du über einen Artikel, ein Buch oder über ein Telefonat mit jemandem auf die Lösung eines Deiner Probleme kommst. Wärend es immer weise ist sich von älteren Damen, die das alles schon erlebt haben, Ratschläge zu holen, solltest Du nicht vergessen auch auf deine innere Stimme, deine Intuition und Dein Bauchgefühl zu hören. Du wirst dann erleben, dass oftmals Du selbst am Besten weisst, was Dir und Deinem ungeborenen Baby gut tut.

9. Ratschlag: Steh zu Deinen Entscheidungen

Wenn Du Dich einmal dazu entschieden hast einen Ratschlag von jemandem im Bezug auf Deine Schwangerschaft nicht zu befolgen, musst Du dich nicht schuldig fühlen. Du hast das Recht zu entscheiden und das zu tun von dem Du glaubst, dass es das Beste für Dich und Dein ungeborenes Kind ist. Und das beinhaltet die Wahl eines Artztes, eines  angemessenen Geburtshelfers und Art der Geburt (Hausgeburt oder Klinik, Wassergeburt, etc.).

10. Ratschlag: Fehler passieren

Der letzte, aber dennoch sehr wichtige Punkt ist, dass Du Dir im klaren darüber bist, dass Fehler normal sind und absolut in Ordnung. Wenn Du etwas falsches tust, richte Dich einfach wieder auf und lerne von dieser Erfahrung. Alle Mütter machen Fehler. Denn erst durch das Lernen wurden sie zu guten Müttern. Allah wird Dir diese Fehler vergeben, so lange Du zu ihm zurückkehrst in aufrichtiger Reue (wie im zweiten Punkt bereits erwähnt) und Gedenke immer Allahs wenn Du eine Entscheidung triffst, welche Dich und Dein Baby (geboren oder ungeboren) trifft. Es gibt keine Patentlösung, die für alle Mutter-Kind-Paare gleichermaßen passt. Jede Mutter-Kind Beziehung ist einzigartig und dementsprechend musst Du auch Deinen eigenen Weg finden Dein Kind aufzuziehen.
Die Geburt Deines Kindes wird, inshaAllah, das Ende der meisten Deiner körperlichen Beschwerden einleiten, aber gleichzeitig wird es einen neuen Dschihad (Anstrengung um Allahs willen) einleiten – das Pflegen und Sorgen für dein Kind rund um die Uhr. Mit jedem Tag, der verstreicht, mit jeder vergehenden Stunde wirst Du lernen, dass das festhalten an Allahs Seil Deine Aufgabe leichter machen wird. Jedes folgende Kind wird leichter zu versorgen sein als das vorige, denn Du hast dann bereits viel Erfahrung gesammelt. Bis eines Tages der Tag kommt an dem Du Dein Baby füttern und die Windel im halbschlaf wechseln kannst, ohne auch nur das Licht einzuschalten. Und dann kommt der Tag, inshaAllah, an dem Du mit einem Lächeln einer anderen schwangeren Schwester mit Deiner Erfahrung durch die „aufs und abs“ der Schwangerschaft hilfst.

Möge Allah Dich und Dein ungeborenes Kind segnen, Schwester!

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